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Markt / Thursday, January 19, 2012

Agrar- und Ernährungswirtschaft optimistisch für 2012

Die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft blickt zuversichtlich ins neue Jahr. Das haben die Spitzen vom Deutschen Bauernverband (DBV) und der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Gerd  S o n n l e i t n e r  und Jürgen  A b r a h a m , bei der Eröffnungspressekonferenz zur Internationalen Grünen Woche in Berlin deutlich gemacht. Sonnleitner sprach von „gesundem Selbstbewusstsein“ der Bauern, das nicht zuletzt in einer veränderten Marktsituation begründet sei. „Zusammen mit der Ernährungswirtschaft stellen wir fest, dass der Lebensmitteleinzelhandel unsere guten Qualitätsprodukte nicht mehr verschleudert“, so der DBV-Präsident. Alle Beteiligten von der Agrar- bis zur Lebensmittelwirtschaft hätten gelernt, „die Produkte auch an Abnehmer in anderen EU-Ländern, in Russland oder in China zu verkaufen und nicht nur an die Discounter in Deutschland.“

 

Die Branche befinde sich derzeit auf einem „soliden Wachstumskurs“, nachdem sie bereits die Finanz- und Wirtschaftskrise „äußerst stabil“ durchstanden habe. Die BVE rechnet nach den Worten ihres Vorsitzenden Abraham für 2012 mit einem moderaten Umsatzplus von nominal bis zu 4 %. Gleichzeitig sei ein Anstieg der Lebensmittelpreise um 3 % bis 4 % notwendig, um den zu erwartenden weiteren Anstieg der Rohstoffkosten abzufangen. Wichtige Impulse erwartet die Ernährungsindustrie erneut vom Exportgeschäft. Abraham bezeichnete den Export als „unverzichtbare Stütze der heimischen Ernährungsindustrie“, die zahlreiche Arbeitsplätze sichere.

Im Jahr 2011 erreichte die Ernährungsindustrie laut BVE einen Gesamtumsatz von 162,2 Mrd Euro. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein reales Wachstum von 1,3 %. Nominal legte der Branchenumsatz um 8,5 % zu. Der Zuwachs ging der BVE zufolge vor allem auf Preissteigerungen zurück, die mit höheren Rohstoff-, Energie-, Transport-, Verpackungs- und Personalkosten begründet worden waren. Wie die Vereinigung weiter mitteilte, stieg der Auslandsumsatz der Ernährungsindustrie nominal um 13 % an. Hochwertige verarbeitete Lebensmittel und alkoholfreie Getränke aus Deutschland seien im Rekordwert von 48,5 Mrd Euro im Ausland verkauft worden. Das entspreche einem Anteil von 30 % der Branchenumsätze. Rund 80 % der Branchenexporte gehen der BVE zufolge in die EU. Gleichzeitig werden Drittlandsmärkte immer wichtiger. Während die Lebensmittelausfuhren in die EU 2011 um 7 % zulegten, wurde außerhalb der EU ein Zuwachs von 19 % verzeichnet. Die wichtigsten Absatzmärkte außerhalb der EU sind USA, Russland und die Schweiz. Besonders in Ländern mit hoher Kaufkraft oder ähnlichen Konsumpräferenzen gibt es nach Einschätzung der BVE Chancen für deutsche Exportprodukte, allen voran Milch- und Fleischerzeugnisse sowie Süß- und Backwaren. AgE

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