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Markt / Tuesday, January 10, 2012

Agrarpreise in Deutschland im Jahresmittel um fast ein Fünftel gestiegen

In Deutschland sind die Preise für die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse im vergangenen Kalenderjahr im gewogenen Durchschnitt kräftig gestiegen. Wie die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) mitteilte, legte der von ihr berechnete Agrarrohstoff-Index, der 13 Produkte umfasst, gegenüber 2010 um 22,3 Punkte oder 19,1 % auf durchschnittlich 138,8 Punkte zu. Dabei kletterte der Teilindex für Getreide und Ölsaaten aufgrund der Preisrallye in den Winter- und Frühjahrsmonaten weitaus stärker als der Gesamtindex, nämlich um 41 %. Dagegen fiel die Preisentwicklung bei den tierischen Produkte deutlich weniger dynamisch aus: Der Teilindex Fleisch schloss der AMI zufolge im Jahresmittel 2011 mit einem Plus von 11 % ab; der Erzeugerpreis für Rohmilch zog verglichen mit dem Vorjahr um rund 13 % an.

Zuletzt gerieten die Agrarpreise allerdings unter Druck. Im Dezember 2011 gab der Agrarrohstoff-Index um 2,5 Punkte auf 136,8 Punkte nach; das Niveau von Dezember 2010 wurde aber noch um 1,3 Punkte oder 1,0 % übertroffen. Die Erzeugerpreise für Weizen und Körnermais hätten sich aufgrund fehlender Absatzmöglichkeiten im Vergleich zum November im Schnitt um rund 3 % abgeschwächt, Schlachtkühe sogar um 5 % niedriger notiert, stellten die Bonner Marktexperten fest. Moderater seien dagegen die Kurskorrekturen nach unten bei Rohmilch, Schlachtschweinen und Jungbullen mit rund 1 % ausgefallen.

Für den Januar rechnen Marktteilnehmer nach Darstellung der AMI mit jahreszeittypisch schwächeren Preisen bei Fleisch und Milch. Schweine der Handelsklasse E seien kurz vor Weihnachten und zum Jahresanfang 2012 stark unter Druck geraten und steuerten im Januar einen Wert unterhalb der Marke von 1,50 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG) an. Bei Milch dürften sich zusätzlich zum jahreszeitlich schwächeren Geschäftsverlauf die Preiskürzung bei den Trinkmilchkontrakten und die seit Anfang Dezember niedrigeren Abgabepreise für abgepackte Butter in der Auszahlungsleistung niederschlagen. Bei Getreide und Ölsaaten seien die Kurse dagegen stabil bis fest gestimmt, so die AMI. Die Rallye bei den Ölsaaten, die bereits vor Weihnachten angefangen habe, halte auch zu Jahresbeginn an. AgE

 

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