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Praktikertipps: So legen Sie im Herbst den Grundstein für hohe Rapserträge

15 Sep 2017
Nach der extremen Trockenheit zur Rapsaussaat 2016 lief auch die Aussaat 2017 nicht ohne Herausforderungen. Während in weiten Teilen Süddeutschlands gute Aussaatbedingungen vorherrschten, hatten die Landwirte in vielen Regionen Norddeutschlands nach ausgiebigen Niederschlägen im Juli und August mit einer verspäteten Weizenernte, nassen Flächen und einer späten Rapsaussaat zu kämpfen.
Nun gilt es, die frisch aufgelaufenen Rapsbestände vor Krankheiten und Schädlingen im Herbst zu schützen. Insbesondere die wechselhafte Witterung in der ersten Septemberhälfte erhöht das Risiko von >>Phomainfektionen im Herbst. Das zeigt auch ein Blick auf die Expert Prognose: In weiten Teilen Deutschlands ist das aktuelle Risiko für Phomainfektionen als hoch einzustufen!

Die expert Prognose zeigt das bundesweite Risiko für Phomainfektionen am 12.09.2017. (Grün = geringes Risiko, rot = hohes Risiko.)
Deshalb ist der Krankheit in diesem Herbst besondere Beachtung zu schenken.
>> Unser Service für Sie: Nutzen Sie das Expert Prognose Tool auf www.baydir.de, um das Infektionsrisiko mit Phoma tagesaktuell in Ihrer Region im Blick zu behalten. Melden Sie sich dafür unter www.baydir.de an und finden Sie im Menü "Standorte" den expert Prognose-Service.

Experten-TIPP:
Um den Raps in diesem Jahr bestmöglich vor Phoma zu schützen, sollte bei der Herbstanwendung auf leistungsstarke Fungizide gesetzt werden. Wir empfehlen 1,0 – 1,2 l/ha Tilmor, um den Raps besonders wirkungsvoll vor Phoma zu schützen sowie um die Winterfestigkeit zu erhöhen, die Wurzelentwicklung zu fördern und ungleichmäßige Bestände glatt zu ziehen. Rapsbestände sollen gut, aber nicht überwachsen in den Winter gehen. Deshalb gilt es, die Rapsbestände mit Fingerspitzengefühl einzukürzen und bestmöglich in ihrer Entwicklung zu fördern. Eine sinnvolle Hilfestellung, um die Herbstbehandlung im Raps je nach Witterungs-, Standort- und Entwicklungszustand des Rapses optimal zu planen, ist der >>Tilmor-Aufwandmengenrechner.

Das typische Phomasymptom im Herbst: Weißliche Blattflecken mit kleinen schwarzen Pyknidien.
Auch die Schädlinge sind eine große Herausforderung im Herbst. Insbesondere der Zuflug des Erdflohs ist im Herbst intensiv zu überwachen. Während die Schadschwelle im Keimblattstadium bei 10% zerstörter Blattfläche liegt, sollte bei Erscheinen der ersten Laubblätter die Notwendigkeit einer Bekämpfungsmaßnahme mit Hilfe von Gelbschalen überwacht werden. Bei 50 Erdflöhen innerhalb von drei Wochen sollte eine Insektizidmaßnahme durchgeführt werden.

>> Hierzu eignet sich Decis forte (Wirkstoff Deltamethrin) als leistungsstarkes Pyrethroid mit einer Aufwandmenge von 0,075 l/ha.

Bei 50 Käfern innerhalb von drei Wochen sollte eine Maßnahme gegen den Rapserdfloh durchgeführt werden.
Neben dem eigentlichen Larvenfraß sind die Fraßgänge der Larven auch eine geeignete Eintrittspforte für Phoma und Verticillium.
Weniger bekannt, aber immer wieder an jungen Rapspflanzen im Herbst zu finden: die Larven der Kohlmotte (Kohlschabe). Die Raupen sind grünlich gefärbt und haben einen lang gestreckten Körper. Bei den ersten beiden Larvenstadien ist die Kopfkapsel dunkel gefärbt, während diese im dritten und vierten Larvenstadium eher hell gefärbt sind.

Die grünlich gefärbte Kohlmottenlarve frisst vom zweiten bis zum vierten Larvenstadium an der Blatttunterseite.
Während das erste Larvenstadium minierend im Blattinneren frisst, fressen die drei folgenden Larvenstadien in der Regel an der Blattunterseite. Der Schadfraß kann sich über zwei bis vier Wochen hinziehen und die Rapspflanzen erheblich schädigen.

Ein Falter-Weibchen legt bis zu 200 Eier ab - vorzugsweise an der Blattunterseite.
Um solche, an der Unterseite des Blattes sitzenden Schädlinge zu erreichen, sollte auf Produkte gesetzt werden, die translaminar von der Blattoberseite zur Blattunterseite verlagert werden. Das kann Biscaya (Wirkstoff Thiacloprid). Während Biscaya beispielweise im Weizen gegen Blattläuse und Getreidehähnchen zugelassen ist, hat das Produkt im Raps eine Zulassung gegen beißende Insekten (außer Erdflöhe) und die Kohlschotenmücke. Demzufolge darf Biscaya mit 0,3 l/ha auch gegen die Larven der Kohlmotte sowie der Rübsenblattwespe eingesetzt werden.


Schnell gelesen: So schützen Sie Ihre jungen Rapsbestände im Herbst vor Krankheiten und Schädlingen

1. Die wechselhafte Witterung erhöht das Risiko für Phomainfektionen: verwenden Sie Tilmor, um Ihren Raps bestmöglich zu schützen!

2. Überprüfen Sie den Zuflug des Rapserdflohs in Ihrer Region genau: sobald die Schadschwelle überschritten wird, ist Decis Forte das Mittel der Wahl.

3. Achtung auch vor den Larven der Kohlmotte, die vor allem an der Blattunterseite fressen und den Bestand erheblich schädigen können. Unser Top Produkt: Biscaya.
Wichtiger Hinweis für Pflanzenschutzmittel und Biozide
Für Pflanzenschutzmittel: „Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen“
Für Biozide: „Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.“