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Aus der Praxis

Pflanze / Wednesday, January 04, 2012

Bislang zu warm für Eiswein

Die Aussichten auf einen Eiswein aus dem Spitzenjahrgang 2011 sind derzeit trübe. Winzer, die für die Eisweinproduktion im Herbst einen Teil ihrer Trauben nicht geerntet haben, sondern in der Hoffnung auf baldigen Frost im Weinberg hängen ließen, betrachten mit wachsender Skepsis die Wetterprognosen. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz ist die vorgeschriebene Temperatur von mindestens minus 7°C weiterhin nicht in Sicht; nicht einmal Frost werde erwartet. Damit wird laut Kammer das mit der Eisweinerzeugung verbundene Risiko deutlich. Nicht nur, dass die Winzer auf bis zu 90 % der erzielbaren Mostmenge verzichteten; da sich die Beeren bis zum Winter eher als Rosinen präsentierten, deren Inneres durch den Frost noch einmal konzentriert werde, könnte es bei einem Ausbleiben der geforderten Temperaturen sogar zu Ausfällen kommen.

Noch im November 2011 seien die Aussichten bei Trockenheit und viel Sonne günstig gewesen, weil die Trauben von Fäulnis weitgehend verschont geblieben seien. Nach wenig winterlichem Dezember hätten sich die Hoffnungen auf den Januar konzentriert, der den Winzern mit Rekordwerten bis zu 14°C zunächst allerdings die warme Schulter gezeigt habe. Bereits vor einem Jahr seien die Erwartungen der Winzer enttäuscht worden, so die Kammer. Nur wenige Winzer hätten Trauben für die Eisweinlese hängen lassen können, da der Jahrgang 2010 mengenmäßig zu klein ausgefallen sei. Obwohl schon in den ersten Dezembertagen die Marke von minus 7°C erreicht und das gefrorene Lesegut eingebracht und verarbeitet worden seien, habe man lediglich 2 895 hl verzeichnet; das sei deutlich weniger als die Menge von 12 465 hl im Jahr zuvor oder von 17 882 hl, die 2008 geerntet worden seien. Allerdings sei es für einen 2011er Eiswein noch nicht zu spät, erklärte die Kammer. Bis Mitte oder gar Ende Januar könnte bei entsprechenden Minusgraden noch geerntet werden. AgE

 

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