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Tier / Thursday, January 26, 2012

Bund plant Meldepflicht für Schmallenberg-Virus

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Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat die Einführung einer Meldepflicht für das sogenannte Schmallenberg-Virus angekündigt. Über die dazu erforderliche Änderung der Verordnung über die meldepflichtigen Tierkrankheiten werde Ende März der Bundesrat entscheiden; danach könne die Meldepflicht in Kraft treten, teilte das Ministerium heute in Berlin mit. Die Meldepflicht sei erforderlich, damit sich die Veterinärbehörden einen umfassenden Überblick über das Krankheitsgeschehen verschaffen, die Ausbreitung beobachten und Bekämpfungsmaßnahmen ergreifen könnten. Das Agrarressort wies darauf hin, dass in den letzten Monaten erstmals Infektionen mit dem Erreger bei Schafen und Rindern in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Schleswig-Holstein aufgetreten seien. Schon jetzt hätten die betroffenen Bundesländer die kommunalen Veterinärbehörden dazu aufgerufen, Verdachtsfälle auf freiwilliger Basis über das Tierseuchen-Nachrichten-System (TSN) zu melden.

 

Neben Deutschland sind laut Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums bisher auch in Belgien, den Niederlanden und Großbritannien Infektionen mit dem Schmallenberg-Virus bekannt geworden. Der Erreger dieser neuen Viruserkrankung sei im Sommer 2011 in den Niederlanden entdeckt und erstmalig im November vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) identifiziert worden. Das Virus gehöre zur Simbu-Serogruppe der Orthobunyaviren. Der Erreger werde als Schmallenberg-Virus bezeichnet, weil der erste Virusnachweis bei Proben von Tieren aus Schmallenberg in Nordrhein-Westfalen gelungen sei, erklärte das Agrarressort. Orthobunyaviren, die bisher in Australien, Asien und Afrika bei Rindern verbreitet seien, würden durch Gnitzen übertragen. Das Schmallenberg-Virus könne Rinder, Schafe und Ziegen befallen. Erwachsene Tiere zeigten nur milde Symptome. Würden allerdings trächtige Tiere infiziert, könnten zeitverzögert Störungen der Fruchtbarkeit, Frühgeburten und zum Teil erhebliche Schäden bei den Neugeborenen auftreten.

Dem Ministerium zufolge bleibt nun abzuwarten, wie sich die Krankheit ab Februar bei Kälbern auswirken wird, wenn mit den ersten Abkalbungen nach der Infektion im letzten Sommer zu rechnen ist. Für den Menschen bestehe durch das Schmallenberg-Virus nach bisheriger Kenntnislage kein Gesundheitsrisiko. AgE

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