Das Wachstum von Zucker- und Futterrüben muss geschützt werden. Seit Juli 2011 ist das neue Rübenherbizid Betanal maxxPro langfristig bis 2023 zugelassen. Es beinhaltetet die optimal aufeinander abgestimmten Wirkstoffe Desmedipham, Ethofumesat, Phenmedipham und, als Aktivator, Lenacil.
Lenacil hat ganz besondere Eigenschaften, ein kleiner Ausflug in die Biologie lohnt sich also. Lenacil verfügt, in geringen Aufwandmengen ausgebracht, über einen zweiten Wirkungsmechanismus, der 1984 von zwei Wissenschaftlern entdeckt. Einfach ausgedrückt steigert Lenacil als Aktivator – ähnlich einer starken Sonneneinstrahlung – die Photosynthese in den Unkräutern. Dies wiederum verstärkt die herbizide Leistung von Desmedipham und Phenmedipham.
Die tatsächlichen Vorgänge in der Pflanze sind weitaus komplizierter. Es stellte sich heraus, dass sich die Durchlässigkeit der Zellmembran bei Applikation mit Lenacil verändert. Als Folge dringen mehr Kalium Ionen in die Zellen ein. Um einen Konzentrationsausgleich zu schaffen,wird verstärkt Wasser in die Zellen eingelagert. Wenn sich die Schließzellen der Stomata mit Wasser füllen, öffnen sich die Spaltzellen und bleiben auch geöffnet. Als Folge steigt die Verdunstung der Pflanzen. Gleichzeitig strömt aber auch mehr Kohlendioxid durch die Spaltöffnungen in die Blätter hinein und die Pflanzen sind in der Lage, mehr Photosynthese zu betreiben. Die Folge sind energetisch hochgeladene Teilchen, die über verschiedene Elektronentransportketten in der Pflanze weitergeschickt werden und zur Produktion des ATP Moleküls) verwendet werden, welches die Pflanze zur Energieerzeugung benötigt.
Diese Effekte allein bringen eine Unkrautpflanze jedoch nicht zum Absterben. Nun kommen die beiden Wirkstoffe Desmedipham und Phenmedipham ins Spiel, indem sie einen Störeffekt erzeugen. Sie unterbrechen den Weitertransport der energiegeladenen Teilchen, d.h. diese erreichen das ATP-Molekül nicht mehr. Sie verbinden sich vielmehr mit Sauerstoff und bilden freie Radikale. Freie Radikale aber schädigen die Zelle, verursachen also die gewünschte herbizide Wirkung. Die Wirkungssymptome an den Unkräutern sind Wachstumsstillstand, Blattnekrosen und rasches Absterben innerhalb von fünf bis zehn Tagen.
Viele weitere Vorteile
Der höhere Wirkungsgrad gegen Schadpflanzen schützt die Rüben viel besser gegen Problemunkräuter wie Windenknöterich, Amarant und Ausfallraps sowie gegen Kamille und Bingelkraut. Die Wirkstoffe liegen stabil in gelöster Form vor und zeigen sogar bei einer starken Wachsschicht eine hohe Blattaktivität. Durch die innovative OD-Formulierung haftet Betanal maxxPro besser am Unkraut als Wettbewerbsprodukte. Es verteilt sich optimal und wird gleichmäßig aufgenommen. Die Wirkstoffe in der Spritzbrühe kristallisieren in der Spritzflüssigkeit und an den Schadpflanzen weniger als früher. Insofern wurde das Risiko, dass es durch kaltes, hartes Wasser zu Düsenverstopfungen kommt, deutlich gesenkt. Auch Mischungen mit anderen Produkten sind unproblematisch.
Auch das Verhältnis der Wirkstoffe hat sich verändert. Während Phenmedipham anteilig fast gleich geblieben ist, wurde Desmedipham mengenmäßig nahezu verdoppelt. Der Anteil von Ethofumesat hat sich reduziert. Dies erleichtert den Nachbau. Dennoch ist die Wirkung in Hinblick auf Klettenlabkraut gleich geblieben.
Fazit
Betanal maxxPro ist ein aktiviertes Blattherbizid mit öl-additiver Flüssigformulierung zur Bekämpfung aufgelaufener einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter in Zucker- und Futterrüben sowie in Roten Beten.
Der Landwirt profitiert von mehr Flexibilität, was den Anwendungszeitraum angeht. Gegen Unkräuter ist er besser gewappnet denn je. Der Wirkungsgrad dieses Betanal-Produkts der neuesten Generation liegt deutlich höher als bei seinem Vorgänger.