Die Bundesregierung lehnt ebenso wie die Koalitionsfraktionen eine Aussetzung der Zulassung des Pflanzenschutzmittelwirkstoffs Glyphosat ab. Das ist in der Sitzung des Ernährungsausschusses in Berlin deutlich geworden. Ein entsprechender Antrag von Bündnis 90/Die Grünen erhielt keine Mehrheit.
Der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU, Franz-Josef Holzenkamp , und der zuständige Berichterstatter Alois Gerig bezeichneten die Forderung der Grünen als unbegründet. Derzeit lägen keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vor, die eine Aussetzung der Zulassung rechtfertigen würden, erklärte die CDU-Politiker. Ähnlich äußerte sich FDP-Agrarsprecherin Dr. Christel Happach - Kasan . Ihren Ausführungen zufolge sind moderne Pflanzenschutzmittel wie der Wirkstoff Glyphosat bei fachgerechtem Einsatz für Mensch und Umwelt ungefährlich. Die FDP-Politikerin warf den Grünen „unseriöse Panikmache“ vor.
Demgegenüber wertet Harald Ebner , Grünen-Sprecher für Agrogentechnik, die Haltung von Union und FDP als „Ausdruck von Lobby- und Klientelpolitik“. Ebner begründete den Antrag auf Aussetzung der Glyphosat-Zulassung mit der Notwendigkeit, die Risiken des Wirkstoffs umfassend zu erforschen und neu zu bewerten. Insbesondere der Verkauf an Hobbygärtner in Gartencentern und Baumärkten müsse sofort gestoppt werden. AgE