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Landwirtschaft goes digital

Xarvio: Schaltzentrale Schlepper
06 Nov 2017
Schaltzentrale Schlepperkabine – hier laufen die Informationen unterschiedlichster Anwendungen zusammen.
Bei der Suche nach der Landwirtschaft von morgen ist Bayer weit vorne mit dabei. Denn für das Unternehmen ist Landwirtschaft 4.0 ein wichtiges Zukunftsthema, mit dem die Landwirtschaft aktiv gestaltet werden kann.

Green Future – Smart Technology – das ist auch ein Agritechnica Special in diesem Jahr. Dabei geht es um nichts Geringeres als um die Zukunft des Pflanzenschutzes weltweit. Das Spektrum der smarten Angebote reicht von Prognosemodellen über GPS-gesteuerte Maschinen bis hin zu Drohnen- und Roboter-Technologie. Längst gehört die Entwicklung von Pflanzenschutzmitteln bei Bayer nicht mehr zur einzigen Kernkompetenz. Denn für das Unternehmen spielt das Zusammenspiel von modernen Pflanzenschutzmitteln, Züchtungsverfahren und digitalen Lösungen für die nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft eine elementare Rolle. Digital Farming ist für Bayer der Weg, Pflanzenschutz langfristig im Sinne der Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln. Die neuen Technologien sind geeignete Werkzeuge, umfassende Informationen zu Kulturen, Boden, Witterung und Krankheitsdruck zu liefern. Auf der Basis dieser Erkenntnisse lassen sich spezifische Empfehlungen aussprechen und die Landwirte im Anbaumanagement effizient und effektiv unterstützen. Digitale Lösungen werden dazu beitragen, die Produktivität auf dem Acker zu verbessern, ohne gleichzeitig ökologische Zielsetzungen aus den Augen zu verlieren. Die Landwirte erwarten von der Industrie Lösungen, die die Produktivität auf jedem einzelnen Hektar verbessert, die Gesellschaft fordert einen transparenten und damit nachvollziehbaren Pflanzenschutz. In diesem Spannungsfeld wird der Digitalisierung eine sehr große Bedeutung zukommen.

Digitale Anwendungen in der SchlepperkabineIn der Zukunft wird es darauf ankommen, die gewonnenen Daten sinnvoll zu verknüpfen und zu interpretieren

Moderner Pflanzenschutz – punkt- und bedarfsgenau

Die Zielsetzung des Pflanzenschutzes, Pflanzenschutzmittel möglichst gleichmäßig über die gesamte Zielfläche zu verteilen, hat sich verändert, der teilflächenspezifische Pflanzenschutz ist das Gebot der Stunde. Technologien, die diesem Anspruch gerecht werden, haben in der Praxis längst Einzug gehalten. Im nächsten Schritt wird es darum gehen Wissen, Praxis, Beratung und Maschine intelligent miteinander zu verbinden. Dabei scheint das Messen von Daten eine vergleichsweise einfache Aufgabe zu sein. Dass detaillierte Feldbeobachtungen direkt auf dem Laptop oder Tablet des Landwirts erscheinen, wird sich schon bald als Standard etablieren. Praxisreife Darstellungstechnologien von Satelliten ermöglichen bereits die Analyse einer bestimmten Bodenfläche mit einer Auflösung von bis zu 30 Zentimetern. Drohnen können sogar eine noch höhere Auflösung liefern. Das eröffnet nicht nur die Möglichkeit, den Zustand von Nutzpflanzen aus der Ferne zu diagnostizieren, sondern es lassen sich auch einzelne Pflanzen vom Weltall aus unterscheiden. Die effiziente Nutzung solcher Technologien setzt jedoch eine funktionierende digitale Infrastruktur im ländlichen Raum voraus. Es muss sichergestellt werden, dass der Austausch von Daten schnell, zuverlässig und sicher erfolgen kann. Aber nicht nur die Visualisierung und Darstellung wird entscheidend für die Praxisreife von neuen Angeboten sein. Auch die agronomische Logik, die Daten erst sinnvoll verknüpft und interpretiert, bringen am Ende den Mehrwert und dem Landwirt eine ertvolle Entscheidungsgrundlage.

Erste Anwendungen in der Praxis in 2018
Konkret arbeitet Bayer in Deutschland derzeit an drei Themenschwerpunkten in verschiedenen Kulturen und Indikationen, die zukünftig unter der Dachmarke XARVIO zusammengefasst werden.
• Wie können Sensoren und Satelliteninformationen helfen, besser zu verstehen, was vor Ort passiert? Ein praktisches Beispiel dafür ist die Weed-Scout-Lösung zur Unkrauterkennung auf dem Acker. Im November wird WeedScout zu XARVIO Scouting erweitert. Mit dieser App-Lösung lassen sich dann verschiedene sogenannte Stressfaktoren auf dem Feld erfassen, beispielsweise Schädlingsbefall, Pflanzenkrankheiten oder Nährstoffversorgung.

• Wie können Pflanzenschutzmaßnahmen besser geplant und agronomische Daten besser verstanden werden? Eine konkrete praxisnahe Fragestellung ist etwa, wann auf Basis saisonaler Krankheitsrisiken und Schädlingsdruck eine Pflanzenschutzmaßnahme geplant werden muss. Für wichtige Indikationen in Weizen, Gerste und Raps wird Bayer 2018 den XARVIO Field Manager auf den Markt einführen.

• Wie lässt sich sicherstellen, dass Pflanzenschutzprodukte optimal an den Bedürfnissen orientiert ausgebracht werden? Voraussetzung dafür sind feldzonenspezifische variable Applikationskarten. Erste Applikationskarten werden im XARVIO Field Manager in 2018 angeboten.

Wie geht der Weg weiter?
Bayer wird weiter an zukunftsweisenden digitalen Lösungen arbeiten. Die Schwerpunkte liegen dabei im Moment auf den Hauptkulturen und – märkten: Weizen in Europa, Raps in Kanada und Soja in Brasilien. Neben dem Aufbau von eigenen Ressourcen werden Entwicklungen von digitalen Technologien mit erfahrenen Partnern angestrebt. Darunter sind etwa die Universität Hamburg, John Deere und viele andere. Jüngstes Beispiel ist die Forschungskooperation mit der Firma Bosch mit dem Ziel, eine spezielle Smart Spraying-Technologie zu entwickeln, die darauf basiert, dass Herbizide nur dort ausgebracht werden, wo sie wirklich notwendig sind.

Und so könnte es in Zukunft funktionieren: Das exakte Erkennen der Unkräuter und das Sprühen mit Pflanzenschutzmitteln erfolgt während der Überfahrt in einem Arbeitsgang. Dazu nehmen im ersten Schritt mehrere Kameras  über die gesamte Arbeitsbreite der Feldspritze verteilt lückenlos Bilder auf. Die unterschiedlichen Unkräuter werden erkannt und die optimale Behandlungsmaßnahme festgelegt. Im letzten Schritt wird das Herbizid in der notwendigen Aufwandmenge und Mischung mit den passenden Applikationsparametern zielgerichtet auf entsprechende Unkräuter gesprüht – unkrautfreie Bereiche bleiben unberührt. Das funktioniert blitzschnell, innerhalb von Millisekunden. Bis zur marktreifen Umsetzung sind sicherlich noch ein paar Schritte zu gehen, dennoch ist das ein Beispiel für die Vision, an der Bayer arbeitet. Diese und alle weiteren Smart Farming-Entwicklungen wird Bayer zukünftig unter der Marke XARVIO zusammenfassen.

XARVIO als neue digitale Lösung des Feld-Managements vereint Scouting, Vorhersagemodelle und teilflächen-spezifische Behandlung und hilft Landwirten, bessere agronomische Entscheidungen zu treffen. XARVIO wird erstmalig auf der diesjährigen Agritechnica vorgestellt (Halle 15, Stand G49).

Wichtiger Hinweis für Pflanzenschutzmittel und Biozide
Für Pflanzenschutzmittel: „Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen“
Für Biozide: „Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.“