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Moderner Ackerbau und Artenvielfalt passen zusammen

v.Li.: RLV-Ehrenpräsident Friedhelm Decker, Betriebsleiter Bernd Olligs und IVA-Hauptgeschäftsführer Volker Koch-Achelpöhler
25 Aug 2015
v.Li.: RLV-Ehrenpräsident Friedhelm Decker, Betriebsleiter Bernd Olligs und IVA-Hauptgeschäftsführer Volker Koch-Achelpöhler.
Moderne Landwirtschaft und der Schutz der Artenvielfalt in Agrarregionen stellen keinen Widerspruch dar. Auf zahlreichen Betrieben, die intensiven Ackerbau betreiben, sind Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität heute eine Selbstverständlichkeit.
Dies bekräftigten bei einem gemeinsamen Pressetermin auf dem Damianshof der dortige Betriebsleiter Bernd Olligs, der Ehrenpräsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbands (RLV) Friedhelm Decker sowie der Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands Agrar e. V. (IVA) Volker Koch-Achelpöhler.
Betriebsleiter Olligs betonte, dass für ihn der Boden seines Betriebs langfristig die wichtigste Ressource ist. Er setze auf moderne Technologie, um an dem „landwirtschaftlichen Gunststandort ausreichend Nahrungsmittel in bester Qualität zu produzieren“. Dazu zählt für ihn auch ausdrücklich der Einsatz von Mineraldüngern und modernen Pflanzenschutzmitteln zur Sicherung von Ertrag und Qualität.

Olligs erklärte: „Intensiver Ackerbau und die Förderung der Biodiversität sind bei mir kein Widerspruch. Bereits seit mehreren Jahren zeigen wir den Landwirten, aber auch weiteren interessierten Besuchern, wie man an diesem Standort Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität ergreifen kann. Hierzu gehören beispielsweise ein- und mehrjährige Blühstreifen, das Anlegen von Lerchenfenstern, Nisthilfen für Bienen, Eulen und Singvögel und vieles mehr.“
Auch RLV-Ehrenpräsident Decker betonte die Bedeutung moderner Anbaumethoden für die regionale Landwirtschaft: „Mit Hilfe der modernen Methoden schützen Bauern die angebauten Kulturen und erhalten gleichzeitig die wertvolle Kulturlandschaft.“ Denn optimale Intensität bedeute in der Agrarökonomie nichts anderes, als genau so viel einzusetzen, wie es der höchste Ertrag verlangt. „Also einerseits durch ein zu Wenig nicht auf Ertrag zu verzichten, und anderseits durch ein zu Viel nicht andere Ressourcen zu belasten“, erklärte Decker.

Das beste Beispiel, dass Landwirte ein hohes Interesse daran haben, die Produktion hochwertiger Nahrungsmittel mit den gesellschaftlichen  Ansprüchen zu verbinden, sei für ihn die Umsetzung des Greenings in unserem Bundesland. „Wir machen eine Vielzahl von Maßnahmen. Mehr als 15.000 Hektar werden in diesem Jahr in Form von Stilllegung, Gewässerrand- und Feldrandstreifen bewirtschaftet“, betonte Decker.

IVA-Hauptgeschäftsführer Koch-Achelpöhler wies darauf hin, dass die Landwirtschaft zu kontrovers diskutierten Themen wie Pflanzenschutz den Dialog suchen muss. Beispielhaft dafür sei das IVA-Projekt „Schau ins Feld“, an dem sich auch Bernd Olligs und der Damianshof beteiligt haben.
„Wir haben  die Landwirte aufgefordert, unsere Produkte gerade nicht zu verwenden und bestimmte Abschnitte sich selbst zu  überlassen. Wo keine Mittel eingesetzt werden, nehmen die Unkräuter überhand, die Kulturpflanze bleibt unterentwickelt, und die Ernte wird erschwert, wenn nicht gar unmöglich. Am Ende steht möglicherweise ein Totalausfall“, erläuterte Koch-Achelpöhler: „Wir glauben: An keiner anderen Stelle kann man den Nutzen modernen Pflanzenschutzes so gut vermitteln wie auf dem Acker selbst.“

Koch-Achelpöhler unterstrich die Bedeutung von modernem Pflanzenschutz für die Erträge in der deutschen Landwirtschaft: „Im Weizen, der Kulturpflanze mit der größten Anbaufläche in Deutschland, erwirtschafteten moderne Landwirte auf gleicher Fläche 121 Prozent mehr Ertrag! Beim Roggen waren es 100 Prozent und bei der Gerste immerhin noch 91 Prozent mehr Ertrag. Umgekehrt heißt das: um die gleiche Menge Weizen, Roggen oder Gerste ohne Düngung und Pflanzenschutz zu erzeugen, müssten deutsche Landwirte – rein theoretisch – die doppelte Anbaufläche bewirtschaften." (RLV)