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Agrar Magazin /Raps

Berater im Rapsfeld
Raps

Blütenbehandlung im Raps: Sicher gegen Sclerotinia und Schädlinge

Die warmen Temperaturen der letzten Woche haben dazu geführt, dass sich der Raps trotz spätem Vegetationsstart rasant entwickelt hat und in einigen Regionen bereits blüht. Allerhöchste Zeit, sich über die anstehende Blütenbehandlung Gedanken zu machen.

Die Jahre 2016 und 2017 haben deutlich gezeigt, dass man Sclerotinia im Raps auf keinen Fall unterschätzen sollte. "In meinem Beratungsgebiet Hessen hatten die Landwirte zwei Jahre in Folge mit einem Starkbefall durch Sclerotinia zu kämpfen. Solche Jahre zeigen, welche Gefahr von der Weißstängeligkeit ausgeht. Der Effekt einer guten Blütenbehandlung war schon vor der Ernte auf den ersten Blick zu erkennen, wenn man in die Parzellen geschaut hat. (s. Bild oben) In Versuchen lag der Ertragsunterschied zwischen der behandelten und unbehandelten Variante bei bis zu 15 dt/ha (s. unten)", berichtet Kai Färber, Beratungsmanager in Kurhessen, Sachsen &Thüringen.

Propulse: Überzeugende Leistung auch bei Starkbefall

Bayer - Auftragsversuch durchgeführt vom Pflanzenschutzdienst Hessen (LLH, RP Gießen), unter starkem Sclerotiniadruck in 2016 (Lichtenfels) und 2017 (Ober-Erlenbach). Großparzellen.

Auch in vielen anderen Regionen hat sich neben Verticillium ein zum Teil starker Sclerotiniabefall zur Ernte 2017 gezeigt. "Bei den Fungizidmaßnahmen im Raps wird die Wirtschaftlichkeit immer wieder in Frage gestellt. Insbesondere, wenn es um die Blütenbehandlung geht kann ich davor nur warnen, auf die Maßnahmen zu verzichten. Die amtlichen Ergebnisse aus Bayern zeigen deutlich, dass sich die Maßnahme in der Mehrheit der Jahre rechnet. Propulse hat im Mittel der letzten 5 Jahre 2,7 dt/ha mehr gedroschen als die unbehandelte Kontrolle", führt Dr. Josef Kaspar, Beratungsmanager in Bayern, aus. "Blütenfungizid ist dabei nicht gleich Blütenfungizid", ergänzt Kai Färber. "Gerade die Kombination aus einem starken Azol und einem SDHI wie bei unserem Propulse hat immer wieder gezeigt, dass sie besonders wirksam ist und auch unter Starkbefall hält, was sie verspricht."

Ertragswirkung der Blütenbehandlung in Bayern

Auszug aus den Versuchsberichten der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft 2013 - 2017, Versuchsergebnisse zu "Fungizid- und Wachstumsreglereinsatz im Winterraps Versuch zur Beurteilung der Notwendigkeit, der Terminierung und der Mittelwahl", [n] = Anzahl der Standorte je Prüfjahr.

Unsere Hinweise zum Fungizid-Einsatz in der Rapsblüte

Neben der Applikation von Fungiziden kann auch eine Maßnahme gegen die Schotenschädlinge von Nöten sein. Sowohl der Kohlschotenrüssler als auch die Kohlschotenmücke sind in der Lage, erhebliche Schäden im Raps zu verursachen.

 

Kohlschotenrüssler

Käfer: 2,5 - 3mm groß, schwarz, durch Behaarung grau erscheinend, schwarze Füße
Larve: 4 - 5mm lang, weiß bis gelblich mit brauner Kopfkapsel
Schadbild: Larve frisst in der Schote 3 - 5 Samenkörner an und tritt durch Ausbohrloch wieder aus
Bekämpfungsrichtwert: 1 Käfer pro Pflanze (bei schwachem Auftreten der Kohlschotenmücke) - 1 Käfer pro 2 Pflanzen (bei starkem Auftreten der Kohlschotenmücke)

Kohlschotenmücke

Mücke: 1,2 - 1,5mm groß mit braunschwarzen, oberseitig weiß behaarten Brustabschnitten & rötlichem Hinterleib
Larve: 0,5 - 1,5mm lang, zunächst glasige, später gelbliche weiße Larve ohne Kopfkaspel und Fühler
Schadbild: Larven scheiden beim Saugen Toxine aus, durch die die Schoten frühzeitig gelb werden, anschwellen, sich verkrümmen und vorzeitig öffnen
Bekämpfungsrichtwert: 1 Mücke pro Pflanze (bei sehr geringem Rüsslervorkommen) - 1 Mücke pro 3-4 Pflanzen (bei starkem Auftreten des Kohlschotenrüsslers)
Dr. Manfred Rambow
"In den Versuchen der Landwirtschaftskammer Schleswig Holstein im Raum Lübeck waren 2017 in der unbehandelten Kontrolle bis zu 50% der Schoten durch die Kohlschotenmücke befallen. Bleibt der Bestand bei solch einem Druck unbehandelt, ist mit deutlichen Ertragseinbußen zu rechnen. Es hat sich im vergangenen Jahr erneut gezeigt, dass auch das Timing der Maßnahme entscheidend sein kann - insbesondere bei einem späten Zuflug der Kohlschotenmücke."
Beratungsmanager Dr. Manfred Rambow (Schleswig-Holstein & Mecklenburg-Vorpommern)
Generell sollte jeder Schlag während der Blüte gründlich auf einen etwaigen Schädlingsbefall kontrolliert werden. Blütenschädlinge treten von Jahr zu Jahr und von Region zu Region unterschiedlich stark auf, weshalb sich nicht pauschal für oder gegen eine Maßnahme entschieden werden sollten.
Pyrethroidresistenz Kohlschotenrüssler

Bild: Julius Kühn-Institut

"Bei der Wahl eines geeigneten Insektizids ist unbedingt die voranschreitende Resistenzentwicklung beim Kohlschotenrüssler gegenüber den Pyrethroiden zu berücksichtigen", betont Dr. Josef Terhardt, Entwicklungsmanager für Ackerbauinsektizide. Eine Resistenzentwicklung wurde bereits in weiten Teilen Deutschlands nachgewiesen (s. Karte, in Süd-Westdeutschland sehr wenig untersuchte Populationen). Aus diesem Grund ist Biscaya ganz klar das Mittel der Wahl bei der Bekämpfung der Schotenschädlinge. Als einzig zugelassenes "Nicht-Pyrethroid" in der Rapsblüte erfasst Biscaya den Kohlschotenrüssler sicher und wirkt auch auf die jungen Larven der Kohlschotenmücke. Das Insektizid darf 2x pro Jahr eingesetzt werden und ist in Mischung mit Propulse als B4 und damit als nicht bienengefährlich eingestuft. Zudem verfügt es über eine gute Wirksamkeit bei hohen Temperaturen und eine vergleichsweise gute Dauerwirkung.

Unsere Empfehlung in der Rapsblüte: 1,0 l/ha Propulse + 0,3 l/ha Biscaya
*
* bei Überschreiten des Bekämpfungsrichtwertes

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