Agrar Magazin / Raps

Rapsblüte steht kurz bevor
Raps

Blütenbehandlung im Raps: Wie Sie Ihre Bestände effektiv gegen Schädlinge und Sklerotinia schützen

Nachdem zunächst kalte Temperaturen der letzten Wochen die Entwicklung der Rapsbestände etwas gebremst hatten, blüht der Raps jetzt zunehmend auf. Allerhöchste Zeit, sich über die anstehende Blütenbehandlung Gedanken zu machen.

Die Jahre 2016 und 2017 haben deutlich gezeigt, dass man Sklerotinia im Raps auf keinen Fall unterschätzen sollte. Starkbefälle können Ertragsverluste von bis zu 30% verursachen. Besonders eindrucksvoll zeigen dies offizielle Versuche vom Pflanzenschutzdienst Hessen, die einen Mehrertrag durch eine Blütenbehandlung mit Propulse von 15,6 dt/ha in 2016 bzw. 13,7dt/ha bestätigen.

Kontrolle und Propulse

Propulse bei Sclerotiniabefall

Das Fungizid Propulse hat sich als besonders leistungsstarkes Produkt für die Blütenbehandlung gegen Sklerotinia, dem Erreger der Weißstängeligkeit im Raps, bewährt. Die Kombination aus einem SDHI Fluopyram und einem Azolwirkstoff Prothioconazol macht das Produkt besonders wirkungssicher. Neben Sklerotinia wird auch die Rapsschwärze (Alternaria) bekämpft und die Schotenplatzfestigkeit sowie die Vitalität der Pflanzen verbessert. Aufgrund der phytosanitären wie auch physiologischen Effekte liegt der Mehrertrag durch eine Fungizidmaßnahme in der Rapsblüte im Mittel der Jahre bei ca. 2,5 dt/ha und ist damit hochst wirtschaftlich.


Praxisempfehlungen zum Fungizid-Einsatz in der Rapsblüte:

Insektizideinsatz in der Rapsblüte

Kohlschotenrüssler und Kohlschotenmücke

Häufig wird die Fungizidbehandlung in der Rapsblüte mit einer Insektizidbehandlung gegen den Kohlschotenrüssler oder die Kohlschotenmücke kombiniert. Vor dem Einsatz von Insektiziden in der Rapsblüte gilt es immer abzuwägen:

Insbesondere Versuche in Norddeutschland zeigen immer wieder, dass ein starker Befall mit Blütenschädlingen deutliche Ertragsverluste zur Folge haben kann. Besonders eindrucksvoll, wie wichtig das richtige Timing der Maßnahmen bei einem starken Schädlingsbefall in der Blüte ist, zeigt ein 2018 in Auftrag gegebener Versuch, der nahe Lübeck (Schleswig-Holstein) durchgeführt wurde.

Kohlschotenmücke und Biscaya

Fazit:
Ein starker Befall durch die Kohlschütenmücke (22% befallene Schoten in der unbehandelten Kontrolle) kann massive Ertragseinbußen zur Folge haben. Durch eine Biscayabehandlung zum optimalen Termin konnte der Ertrag im Versuch um 6,8dt gesteigert werden.

Zur Bekämpfung von Schädlingen in der Rapsblüte wird das Insektizid Biscaya empfohlen. Pyrethroide wirken in vielen Regionen aufgrund der fortschreitenden Resistenzentwicklung beim Kohlschotenrüssler nicht mehr zuverlässig und werden deshalb auf im Rahmen der Anti-Resistenzstrategie der JKI nicht für den Einsatz in der Rapsblüte empfohlen.  
Besondere Aufmerksamkeit sollte - aufgrund der veränderten Auflagen - dem Bienenschutz bei der Ausbringung von Tankmischungen mit Biscaya in blühenden Rapsbeständen geschenkt werden:

Unsere Empfehlung in der Rapsblüte

1,0 l/ha Propulse + 0,3 l/ha Biscaya (bei Überschreiten des Bekämpfungsrichtwertes)

Einsatzempfehlung Raps

* bei Überschreiten des Bekämpfungsrichtwertes