Agrar Magazin

Aktuelles

Bayer CropScience Deutschland in Sonderkulturen sehr gut aufgestellt

Deidesheim, 16. April 2015

 

Schwerpunkte der Marktbearbeitung im Wein-, Obst-, Gemüse- und Zierpflanzenanbau

 

„Wir konnten trotz starker Wettbewerbssituation unsere hervorragende Marktstellung in den Sonderkulturmärkten in Deutschland ausbauen. Für die anstehende Pflanzenschutzsaison 2015 sind wir sehr gut aufgestellt, unsere Position weiter auszubauen“, sagte Vertriebsteamleiter Georg Beer gleich zu Beginn seiner Ausführungen.

 

Beer ging auf die Segmentstrategie in Sonderkulturen für 2015 ein: „Bei den Weinbau-Fungiziden verfügen wir mit Luna® Experience, Luna® Privilege, Teldor®, Flint®, Profiler® und Melody® Combi über ein breites Portfolio gegen alle relevanten Pilzkrankheiten. Auch bei den Obstbau-Fungiziden bieten wir erstklassige Lösungen für alle Obstarten an. Hierzu gehören das neue Luna® Sensation sowie Flint®, Teldor®, Luna® Experience und Consist® Plus. Gleichzeitig werden wir das Insektizid Movento® SC 100 vermarkten, dessen Einsatz erstmals in Erdbeeren im Zuge einer „Notfallgenehmigung“ erfolgen wird. Gleiches gilt für Kernobst. Mit neuen Lösungen bei Gemüsefungiziden und
-insektiziden verfolgen wir das Ziel, unsere Marktanteile weiter zu steigern. Das neu zugelassene Luna® Sensation werden wir in Spargel, Salaten und Buschbohnen einführen. Mit Luna® Experience werden wir die Anwendungen in Möhren, Zwiebeln, Porree und Kopfkohlen ausweiten. Das bereits zugelassene Movento® OD 150 wird als Produkt mit der besten Dauerwirkung seine Marktbedeutung zur Bekämpfung von Läusen und Weißer Fliege in Kohlen und Salaten weiter steigern. Und auch im Kulturbereich Zierpflanzen, Ziergehölze und Baumschulen wird unser Lösungsangebot breiter. Wir befinden uns in der Marktvorbereitung für Luna® Sensation und Movento® SC 100. Das Marktsegment „Spinnmilben“ ist wegen des Wegfalls der bisherigen Standardlösung im Hopfen neu zu besetzen. Wir bieten hier mit Envidor® eine erstklassige Lösung an, die langjährig zugelassen ist und sowohl eine US- als auch eine Japan-Toleranz besitzt.“

 

Bayer CropScience hat auch 2015 das Ziel, seine starken Marken weiter zu etablieren.

 

Bayer CropScience bringt die Kommunikation voran

 

Beer hob die Rolle des Landwirts als besonders glaubwürdigen und vertrauensvollen Botschafter der modernen Landwirtschaft hervor. Für den modernen Pflanzenschutz gibt es ausreichend gute Argumente. Beer sagte hierzu: “Wir haben konkrete Maßnahmen ergriffen, die Vorzüge des modernen Pflanzenschutzes zu kommunizieren.“ So hat Bayer CropScience kürzlich die Initiative „Agrar Dialog“ auf den Weg gebracht. „Agrar Dialog“ hat die wichtigsten und häufigsten Fragen kritischer Verbraucher zum Pflanzenschutz zu den vier Themenfeldern „Nutzen“, „Recht“, „Sicherheit“ und „Umwelt“ zusammengestellt und auch direkt verständlich beantwortet. Agrar Dialog steht in drei gedruckten Formaten sowie in Form einer App zur Verfügung. Die Anwender der App können eigene Fragen vorschlagen, falls diese nicht in der Sammlung enthalten sind. Die App ist Android und iOS geeignet und zudem optimiert für iPad und Android Tablets.

Zudem hat unser Unternehmen in drei unterschiedlichen SimpleShows den Nutzen von Pflanzenschutz sowie Aspekte der Bienengesundheit und der Artenvielfalt beleuchtet. Die Clips sind auf YouTube zu finden.

Mit der Aktion „Schau ins Feld!“ will die Initiative „Pflanzenschützer“ des Industrieverbandes Agrar e.V. (IVA) veranschaulichen, was der Verzicht auf Pflanzenschutz in unseren Ackerkulturen bewirken würde. In Form von Spritzfenstern verzichten die teilnehmenden Landwirte auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Die Hauptfläche wird praxisüblich behandelt. Im direkten Vergleich werden die unweigerlichen Folgen eines fehlenden Pflanzenschutzes auch dem Laien dann schnell deutlich. Aufgestellte Informationstafeln informieren die Passanten über den Nutzen des Pflanzenschutzes. Insgesamt haben sich in diesem Jahr 189 Landwirte in ganz Deutschland für die Aktion registriert. Sie werden an 257 Feldern über den Nutzen von Pflanzenschutz informieren. Auf www.die-pflanzenschützer.de wird fortlaufend über die Aktion berichtet.

 

Als Antwort auf die aktuellen Herausforderungen hat sich die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft e.V. neu strukturiert. Sie nennt sich zukünftig „Forum Moderne Landwirtschaft e. V. (Forum ML). Hintergrund ist die Überzeugung der Mitglieder, dass die anstehenden Herausforderungen für die Land- und Agrarwirtschaft nur gelöst werden können, wenn sich die Branche hinsichtlich Information und Kommunikation mit der Gesellschaft moderner, offensiver und sichtbarer aufstellt. „Wir werden zukünftig noch mehr Kommunikationselemente miteinander verzahnen und die Mitglieder eng an die Organisation binden“, so Dr. Helmut Schramm. Dr. Helmut Schramm, der Geschäftsführer von Bayer CropScience in Deutschland, hat Stimme und Sitz im Aufsichtsrat des neuen Forum Moderne Landwirtschaft.

 

Beer zieht folgende Bilanz: „Bayer CropScience hat im Markt ein Top-Image und ist in allen Belangen hervorragend positioniert. Die größte Herausforderung in der Pflanzenschutzbranche bleibt die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. Bei der Kommunikation wird es zukünftig darauf ankommen, nicht nur alleine, sondern vor allem in Partnerschaften unter Einbeziehung der Landwirte zu handeln.“

 

Luna® Sensation – ein neues Fungizid aus der Luna®-Produktfamilie
für den Obst- und Gemüsebau

 

Auf Basis von Fluopyram hat Bayer CropScience eine Fungizid-Produktfamilie unter der Dachmarke Luna® entwickelt. Die verschiedenen Produktkonzepte bieten dem Anwender maßgeschneiderte Lösungen für den Wein-, Obst- und Gemüsebau.

 

Frank Kuhmann, Produktmanager für die Sonderkulturen aus dem Hause Bayer CropScience, stellte die jüngste Entwicklung aus der Luna-Produktfamilie vor: „Das neue Luna® Sensation mit dem teilsystemischen Wirkstoff Fluopyram und dem praxisbewährten Trifloxystrobin wurde bereits im letzten Jahr für den Einsatz in den Kulturen Erdbeeren, Salate und Spargel zugelassen. Zusätzlich hat das neue Fungizid eine Zulassungserweiterung nach Artikel 51 Pflanzenschutzgesetz für die Anwendung in Buschbohnen erhalten. Das neue Fungizid ist eine sehr wichtige Bereicherung für Märkte mit in Summe wenigen innovativen Neuprodukten.“

 

Kuhmann ging auf die die Bekämpfungsmöglichkeit in den verschiedenen Kulturen ein: „In zahlreichen Exaktversuchen konnte Luna® Sensation bei Behandlungen zu Blühbeginn seine hervorragende Leistung gegen Botrytis, Echten Mehltau und Colletotrichum in Erdbeeren bestätigen. Ende der Blüte hat sich wie in den vergangenen Jahren die praxisbewährte Tankmischung Teldor® + Flint® bewährt.

In Salaten hat das wirksame Luna® Sensation die Zulassung zur Bekämpfung von Grauschimmel und Schwarzfäule und eignet sich besonders gut für den frühen Einsatz in Spritzfolgen. In der ersten Woche nach der Pflanzung müssen die am Boden liegenden Salatblätter mit Luna® Sensation vor Infektionen geschützt werden.

In Spargel entfaltet Luna® Sensation seine Leistungsfähigkeit bei Anwendung während der Spargelblüte. Infektionen mit Botrytis werden in dieser Phase sicher verhindert. Auf Standorten mit Infektionsgefahr durch Stemphylium wird die Zumischung eines Kontaktfungizides mit entsprechender Zulassung empfohlen.

Mit der Zulassungserweiterung nach Artikel 51 Pflanzenschutzgesetz für die Anwendung in Buschbohnen steht dem Anwender mit Luna® Sensation nun ein leistungsstarkes Fungizid zur Bekämpfung der wirtschaftlich wichtigsten Krankheit Sclerotinia zur Verfügung. Der enthaltene Wirkstoff Trifloxystrobin unterstützt zusätzlich die Wirkung gegen Rostpilze.“

 

Kuhmann hob folgende Anwendungshinweise besonders hervor: „In den Zielkulturen eignet sich Luna® Sensation insbesondere für den frühzeitigen Einsatz. Mit Blick auf ein vorausschauendes Resistenzmanagement sollte grundsätzlich nur eine Anwendung mit Luna® Sensation je Kultur beziehungsweise Saison durchgeführt werden.“

Im Hinblick auf die gute Unterscheidbarkeit der aktuell drei Einzelprodukte der Luna®-Produktfamilie wurden der Werbeauftritt und das Verpackungskonzept in unterschiedlichen Farben gestaltet.

 

Phytobac® – eine System zur Vermeidung
von Punkteinträgen in Oberflächengewässern (im Weinbau)

 

Hans-Joachim Duch, verantwortlich für Applikationstechnik und Umweltschutz, stellte die konkreten Maßnahmen von Bayer CropScience in Deutschland zum Gewässerschutz vor. „Der Grenzwert für Pflanzenschutzmitteleinträge im Trinkwasser stellt praktisch eine Nulltoleranz dar“, erläuterte Hans-Joachim Duch.

 

Bayer hat sich verpflichtet, Strategien und Lösungsansätze für ein nachhaltiges Wassermanagement zu entwickeln. Hierzu ging Duch auf die jüngste Entwicklung in diesem Bereich ein: „Das neue, innovative Phytobac®-Konzept stellt einen wichtigen Baustein im Gewässerschutz dar, denn durch sein geschlossenes Kreislaufsystem werden nachhaltig Einträge durch Punktquellen verhindert.“

 

Dabei wird das Spritzenreinigungswasser in dem Phytobac®-Tank gesammelt. Ein Tensiometer im Bodensubstrat misst ständig die Bodenfeuchte und steuert so gezielt die Verrieselung des Wassers. Damit sind für die im belebten Boden vorhandenen Mikroorganismen konstant optimale Bedingungen gewährleistet. Diese bauen im Boden eventuell vorhandene Pflanzenschutzmittel ab, während das saubere Wasser verdunstet. Ein durchsichtiges Dach schützt den Boden vor überflüssigem Regenwasser, lässt aber gleichzeitig Sonnenstrahlen durch und fördert so den photolytischen Abbau von Pflanzenschutzmitteln. Hohe Windbewegung und ein Pflanzenbewuchs auf dem Substrat erhöhen mittels Transpiration die Wasserverdunstung.

Weitere Arbeitsabläufe, bei denen mögliche Leckagen Punktquellen verursachen können, werden in das Phytobac®-System integriert. Eventuelle Leckagen bei der Spritzenbefüllung werden genauso in den Phytobac®-Tank geleitet wie zum Beispiel das Spülwasser von Messbechern oder das Wasser, mit dem die Schutzkleidung gereinigt wird. Auch das Düngerlager und die Beizkammer sind an das System angeschlossen.

 

Duch ging auf den möglichen Erwerb des Systems durch die Anwender ein: „Wir freuen uns mit dem niederländischen Unternehmen Beutech Agro (www.beutech-agro.nl) aus Steenwijk einen innovativen Entwicklungs- und Vertriebspartner für das Phytobac®-System gefunden zu haben. Gerade für die kleinen Strukturen im Weinbau ist es wichtig, ein flexibles Phytobac®-System anbieten zu können. Das modulare Baukastensystem ermöglicht es den Weinbauern, ganz speziell auf ihre unterschiedlichen betrieblichen Anforderungen einzugehen. Diese Flexibilität erhöht die Akzeptanz für das Phytobac®-System und senkt gleichzeitig die Kosten.“

 


Zulassungspolitik für Pflanzenschutzmittel gefährdet
die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft

 

Obwohl die Regulierung von Pflanzenschutzmitteln in Europa schon bisher einem der strengsten Zulassungsverfahren der Welt unterliegt, erfolgt mit der EU Pflanzenschutzverordnung (EG) Nr. 1107/2009 eine weitere, sehr deutliche Verschärfung. Dr. Helmut Schramm, Geschäftsführer von Bayer CropScience Deutschland kritisierte den Paradigmenwechsel bei der zukünftigen Wirkstoffbewertung: „Es gilt nicht mehr das tatsächliche Risiko, das von einem Pflanzenschutzmittel ausgeht, sondern die mögliche, theoretische Gefahr des unverdünnten Wirkstoffs für Mensch, Tier und Umwelt – unabhängig von der Eintrittswahrscheinlichkeit. Die EU stellt damit das Prinzip des Paracelsus – „die Dosis macht das Gift“ – auf den Kopf.“

 

Auch hat die Europäische Kommission mit der beschlossenen Durchführungsverordnung, die eine Liste mit 77 zu ersetzenden Wirkstoffen („Substitutionskandidaten“) festlegt, die Grundlagen für eine weitere Hürde bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln geschaffen: die sogenannte vergleichende Bewertung.

 

Trotz positiver Umsatzentwicklung im Verkauf von Pflanzenschutzmitteln macht der Pflanzenschutzbranche, aber auch der gesamten Landwirtschaft, die restriktive Zulassungspraxis verstärktes Kopfzerbrechen. „Was nützen aktuell gute Ergebnisse, wenn uns zukünftig die Produkte fehlen, um Pflanzenschutz-Problemen auf den landwirtschaftlichen Flächen wirksam entgegentreten zu können“, brachte Dr. Schramm die zunehmend prekäre Situation auf den Punkt. Den deutschen Landwirten fällt die wirksame Bekämpfung von Schadinsekten und Pflanzenkrankheiten immer schwerer.

Als ein Beispiel für eine realitätsferne Zulassungspraxis zog Dr. Schramm die Leitlinie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zur Risikobewertung für Bienen, das sogenannte Bee Guidance Document, heran. Um eine einzige Feldstudie nach den Vorstellungen der EFSA durchzuführen, braucht es ein Versuchsareal von 448 Quadratkilometern. Das entspricht einer Fläche, die fast doppelt so groß ist wie Frankfurt am Main oder etwa halb so groß wie Berlin. Um bei der restriktiven Zulassungspolitik ein Gegengewicht zu setzen, hat die Landwirtschafts-Branche einen Forderungskatalog aufgestellt. Dieser beinhaltet das Verlassen deutscher Sonderwege, eine ausreichende Ausstattung der deutschen Behörden, die Sicherstellung eines ausreichenden Pflanzenschutzes, eine Zulassung mit realistischem Bezug, eine ausgewogene Kommunikation und die Umsetzung des beschlossenen Nationalen Aktionsplanes.


 Bayer-Insektizidportfolio (für Raumkulturen) vor regulatorischen Herausforderungen

 

Bayer CropScience hat derzeit Zulassungen für die Insektizide Calypso®, Confidor® WG 70 und Envidor® in Raumkulturen. Von diesen Produkten steht Calypso® Ende 2015 zur Re-Registrierung in Deutschland an. Für Confidor® WG 70 läuft die Zulassung Ende 2016 aus. „Für beide Produkte wird die Wiederzulassung von uns angestrebt. Sie haben sich im Einsatz gegen eine Vielzahl von Schadinsekten bewährt  und sind ein wichtiger Baustein im integrierten Pflanzenschutz“, erläutert Dr. Schramm. Gleiches gilt für Envidor®, das eine langfristige Zulassung bis 2023 hat.

 

Ausblick für Confidor®:WG 70

Der Wirkstoff Imidacloprid, der in Confidor® WG 70 enthalten ist, gerät aufgrund einer Neubewertung des Risikos für Wasserorganismen durch das Umweltbundesamt (UBA) unter Druck. Die Behörde hat sich dabei auf eine 2013 veröffentlichte Laborstudie des niederländischen Wissenschaftlers Roessink bezogen. In der Folge hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) den zulässigen Grenzwert für Imidacloprid in Gewässern um den Faktor 66 herabgesetzt (von bisher 0,6 µg/L auf neu 0,009 µg/L). Dieser neue Grenzwert führt dazu, dass eine Zulassung von Confidor® WG 70 nicht mehr möglich wäre. Da die Studie unter reinen Laborbedingungen durchgeführt wurde, halten wir und weitere Experten die vom UBA herangezogene Studie im Hinblick auf den praktischen Einsatz für nicht relevant und die daraus gezogenen Schlüsse für falsch. Im Nachgang hat Roessink weitere Feldversuche durchgeführt und den ursprünglich gültigen Endpunkt bestätigt. Er selbst bezeichnet seine ersten Untersuchungsergebnisse als nicht übertragbar für den Einsatz von Imidacloprid unter praktischen Bedingungen. Auch Roessink hält den ursprünglich in der EU gültigen Wert für richtig. Eine aktuelle Bayer-Studie kommt zu dem gleichen Schluss und bestätigt frühere Resultate. „Das Festhalten des UBA und der EFSA an dem Einzelergebnis der ersten Laborstudie ist für uns nicht nachvollziehbar“, bringt Dr. Schramm die Situation auf den Punkt.

 

Ausblick für Calypso®

Die Absenkung des zulässigen Grenzwertes in Gewässer wurde in einem nationalen Sonderweg des UBA auch auf andere Wirkstoffe aus der Gruppe der Neonicotinoide, so auch auf Thiacloprid, ausgeweitet. Das UBA hat in einem fragwürdigen Analogieschluss die Ergebnisse vom Wirkstoff Imidacloprid auf Thiacloprid übertragen.

Bayer CropScience ist nach wie vor von der Unbedenklichkeit von Produkten auf Thiacloprid-Basis für Mensch und Umwelt überzeugt, wenn sie verantwortungsvoll und vorschriftsmäßig angewendet werden. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass Calypso® in Deutschland über das Jahr 2015 hinaus im Obst- und Gemüsebau eingesetzt werden kann“, bestätigt Dr. Helmut Schramm.

 

Deutscher Sonderweg verhindert Zulassung von Movento® im Obst und Hopfen

 

Das Insektizid Movento® mit dem Wirkstoff Spirotetramat ist für die Anwendung im Obst und Hopfenanbau in zahlreichen Europäischen Ländern zugelassen, so zum Beispiel in den Nachbarländern Belgien, Holland, Frankreich, Tschechien, Österreich, Niederlande, Polen und vielen anderen.

 

In Deutschland wurde der Antrag auf Zulassung von Movento® im Jahr 2008 gestellt und befindet sich seitdem in der Bewertung. Das Umweltbundesamt (UBA) kam, abweichend von den Bewertungsbehörden anderer Europäischer Länder, zu der Auffassung, dass Movento® in Raumkulturen ein zu hohes Gefährdungspotenzial für Nichtzielarthropoden auf Nichtzielflächen besitzt. Eine sehr detaillierte und realitätsnahe Studie, die Bayer CropScience in Abstimmung mit dem UBA in der Raumkultur Hopfen mit hohem Aufwand durchgeführt und 2011 eingereicht hatte, wurde erst kürzlich überhaupt bewertet.

 

Dr. Schramm zeigt das Szenario auf: „Wir sehen eine zunehmende Abkehr von der bislang praktizierten wissenschaftlichen Risikobewertung. Überzogene regulatorische Hürden könnten dazu führen, dass zukünftig wichtige Produkte für den Anwender nicht mehr zur Verfügung stehen.“

 

Die steigenden Zulassungsanforderungen und nationale Sonderwege bremsen die Innovationsgeschwindigkeit. Der Verlust ganzer Wirkstoffgruppen gefährdet den modernen Pflanzenschutz und damit die Konkurrenzfähigkeit der europäischen und deutschen Landwirtschaft. Hier schließt sich der Kreis zu den Kommunikationsaktivitäten, initiiert und unterstützt von Bayer CropScience. Bei der öffentlichen Debatte um Pflanzenschutz kommt die Nutzendiskussion viel zu kurz. Gemeinsam mit allen Beteiligten in der Landwirtschaft will das Unternehmen für mehr Ausgewogenheit sorgen.

 

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