Agrar Magazin

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Bayer führend bei digitalen Innovationen für die Landwirtschaft

Langenfeld, 28. Oktober 2021 – Landwirtschaft unterliegt einem ständigen Wandel. Einerseits prägt seit jeher der technische Fortschritt diesen Sektor, was zu erheblichen Produktivitätsfortschritten in den vergangenen Jahrzehnten geführt hat. Andererseits ändern sich die Erwartungen der Politik und Gesellschaft an Landwirtschaft, wenn es beispielsweise um die Reduktion wichtiger Betriebsmittel, wie Pflanzenschutz und Dünger, geht.

„Bayer steht für eine moderne und nachhaltige Landwirtschaft. Modern steht dabei für den Einsatz innovativer Technologien und Verfahren. Es steht für Professionalität und ganzheitliches Denken im Pflanzenbau. Noch immer sehen viele Menschen Nachhaltigkeit nur durch eine ökologische Brille und vergessen dabei soziale und ökonomische Aspekte“, sagte Peter R. Müller, Geschäftsführer der Bayer CropScience Deutschland GmbH, anlässlich der Eröffnung der Presseveranstaltung „Digitalisierung@Bayer“ auf dem Laacher Hof in Monheim am Rhein. „Mit unserem innovativen Portfolio, bestehend aus Pflanzenschutz (chemisch/biologisch), Saatgut und Digitalisierung haben wir die besten Werkzeuge, einen geringeren Fußabdruck mit Blick auf das Klima und die Umwelt zu hinterlassen und gleichzeitig die landwirtschaftliche Erzeugung auf hohem Niveau sicherzustellen. Das sind verbriefte Aussagen unserer globalen Nachhaltigkeitsstrategie. Der generellen Diskussionen zu pauschalen Reduktionen wollen wir konstruktiv begegnen.“

„Bezogen auf die Digitalisierung bietet Bayer seinen Kunden heute schon führende Produktangebote“, sagte Müller. Auch die Politik sieht Digitalisierung als einen wichtigen Hebel, um verschiedene politische Programme umzusetzen. Hierbei spielen oft eine transparente Entscheidungsfindung und eine höhere Präzision bei der Ausbringung von Betriebsmitteln eine entscheidende Rolle.

Climate FieldView hilft, bessere pflanzenbauliche Entscheidungen zu treffen
Mit Climate FieldView von The Climate Corporation, einer Bayer-Tochtergesellschaft, die global führend bei digitalen Innovationen für die Landwirtschaft ist, steht den Landwirten eine wegweisende Plattform zur Verfügung. Mit FieldView werden Betriebe unterstützt, ein besseres Verständnis ihrer Felder über das ganze Jahr hinweg zu gewinnen und objektivere, datenbasierte Entscheidungen zu treffen, die sich unmittelbar auf den ackerbaulichen und wirtschaftlichen Ertrag auswirken. FieldView schafft so die Voraussetzungen für einen optimierten Ackerbau.

Die Erwartungen an digitale Lösungen in der Landwirtschaft sind hoch und werden durch diverse Akteure immer weiter gesteigert. „Uns zeigt sich in der täglichen Arbeit jedoch, dass in der Fläche die technischen Voraussetzungen und Grundlagen mitunter fehlen. Dies sind mitunter Sensorik auf Erntemaschinen, Lizenzen auf den Schlepper-Displays, isobusfähige Rate Controller sowie neugierige und motivierte Mitarbeiter und Betriebsleiter“; sagte Müller. Häufig spielt auch der lokale Landmaschinenhändler eine Rolle. So werden gerne nicht notwendige teure Terminals oder GPS-Antennen verkauft, weil mitunter das Verständnis für andere Marken und Anbieter fehlt.

Noch häufig zeigen sich in der praktischen Umsetzung viele kleine und größere Herausforderungen. Ertragsdaten wurden mitunter schon mehrere Jahre gesichert, vereinzelt werden auch maschinengenerierte Applikationsdaten für die Dokumentation genutzt. In der Regel jedoch wird das genutzte Display einmal jährlich gelöscht. So werden Daten zwar laufend erhoben, damit weiter gearbeitet wird bis dato jedoch sehr wenig. Dabei ergeben sich aus ihnen mitunter sehr interessante Erkenntnisse. Mehrjährige Datenaufzeichnung zeigt unmittelbar Effekte von Bewirtschaftung und bildet die Grundlage für die Evaluation von Fruchtfolge und Betriebsmitteln sowie den Einstieg in eine teilflächenspezifische Bewirtschaftung. Climate FieldView stellt dazu hochwertig aufbereitete Vegetationsdaten für die Felder des Landwirts zur Verfügung. Und das nicht nur tagesaktuell, sondern auch bis ins Jahr 2017 zurück. Es wird deutlich, dass das Wichtigste einer digital unterstützten Landwirtschaft die Datengrundlage ist, auf Basis derer Entscheidungen und Anpassungen in der Teilfläche getroffen werden.

Climate FieldView unterstützt einen jeden landwirtschaftlichen Betrieb dabei, nachhaltige Entscheidungen zur treffen und Neues auszuprobieren. Bayer fokussiert sich dabei auf drei Kernthemen.

Vom Ackerbild zur Entscheidung – MagicScout und MagicTrap machen Schaddiagnosen genau und effizient
Je früher ein Schadorganismus – egal ob Unkraut, Pilz oder Schadinsekt – im Feld erkannt wird, umso schneller kann zielgerecht reagiert werden. Landwirtinnen und Landwirte verbringen daher viel Zeit im Feld mit dem Bonitieren ihrer Bestände, wenn es richtig gemacht wird. Bayer entwickelt hierzu zwei neue Anwendungen, um Feldbonituren noch genauer und effizienter zu machen und so die Anwender digital zu unterstützen: „MagicScout“ ist eine Smartphone App, die mit Live-Bilderkennung Probleme schnell erkennt und dokumentiert. Daneben entwickelt Bayer mit „MagicTrap“ eine smarte Gelbfangschale, die den Schädlingsbefall verstreut liegender Schläge überwachen kann, ohne dass der Landwirt regelmäßig seine Felder abfahren muss.

MagicScout
MagicScout ist die optimale Ergänzung zur Schlagkartei. Während in der klassischen Schlagkartei dokumentiert wird, welche Maßnahmen stattgefunden haben, ist MagicScout darauf spezialisiert, die Gründe für eine Entscheidung zu digitalisieren.

Mit MagicScout lassen sich schnell und einfach Probleme im Feld identifizieren und über die Fruchtfolge hinaus dokumentieren. Dies ist hilfreich, um zum Beispiel jederzeit die Leitverunkrautung eines Schlags zu monitoren oder Bereiche mit Unkrautnestern oder Resistenzproblemen zu erfassen. Alle Informationen können dabei innerhalb des Betriebs und/oder mit Beratern geteilt werden.

MagicScout nutzt die moderne Technik heutiger Smartphones und ermöglicht die sekundenschnelle Identifizierung von Unkräutern, Pflanzenkrankheiten und Schädlingen durch Bilderkennung. Das besondere an den Bilderkennungsmodellen von MagicScout ist, dass diese sich auch nutzen lassen, wenn im Feld keine Internetverbindung besteht. Mit der MagicScout App lassen sich aktuell mehr als 140 Unkrautarten und Krankheiten, aber auch bereits einige Insektenarten, bestimmen. Die Bilderkennung basiert auf maschinellem Lernen (Deep Learning). Dabei werden Algorithmen trainiert, Muster in den Bildern zu erkennen. Da täglich neue Bilder hinzukommen, wird die Erkennung immer besser. Das System lernt, ständig neue Unkräuter, Pflanzenkrankheiten und Schädlinge zu identifizieren.

MagicTrap
Sobald die Saat aufgelaufen ist, sind die Schädlinge meist nicht weit. Das ist gerade im Raps mit dem Wegfall der insektiziden Beizen für viele Landwirtinnen und Landwirte zum Problem geworden. Ein nicht gleich bemerkter Befall jenseits der wirtschaftlichen Schadschwelle kann schnell zu hohen Ertragsverlusten bis hin zum Totalausfall führen. MagicTrap ist eine digitale Lösung, mit der Landwirtinnen und Landwirte den Schädlingsbefall auf ihren Feldern kontrollieren können, ohne selbst regelmäßig im Feld sein zu müssen.

Bei der digitalen Gelbschale MagicTrap kommt dabei Technik zum Einsatz, die sich bereits in Smartphones bewährt hat. So besitzt die MagicTrap unter anderem eine hochauflösende Kamera, die gestochen scharfe Bilder im Nahbereich aufnehmen kann. Ein integriertes Mobilfunkmodul übermittelt die aufgenommenen Bilder. Sie werden mit Hilfe lernfähiger Bilderkennungsalgorithmen umgehend ausgewertet. So werden Anbauer automatisch über den Zuflug von Schädlingen informiert.

Die Inbetriebnahme der digitalen Gelbschale MagicTrap ist selbsterklärend und bedarf nur weniger Schritte. Einmal aufgestellt, arbeitet sie weitgehend autonom. Die benötigte Energie für den Betrieb liefert die Sonne. Die MagicTrap deckt ihren Energiebedarf über ein Solarpanel, das zugleich eine Batterie für die bewölkten beziehungsweise regnerischen Tage lädt.

Durch ihr Design wird nicht nur die tägliche Bonitur der Schalen obsolet, sondern auch das Wartungsintervall vergrößert. Die MagicTrap besitzt ein spezielles Reservoir, das die Schale vor Austrocknung schützt. Bei Verdunstung kann Wasser entsprechend nachlaufen.

Innovation Lab – Herbizid-Management der Zukunft
Digitalisierung und speziell automatisierte Bildererkennung bietet gerade für die Unkrautkontrolle ein großes Innovationspotenzial. Die Digitalisierung liefert dabei die technischen Möglichkeiten, Unkrautbonituren kostengünstig nicht mehr nur auf Feldbasis, sondern für jeden Quadratzentimeter durchzuführen.

Der Einsatz von Drohnen zur Erfassung hochaufgelöster, georeferenzierter Feldbilder ist dabei eine Möglichkeit. Bayer arbeitet an digitalen Lösungen, die den Landwirtinnen und Landwirten eine schnellere, objektivere und dokumentierbare Erfassung des Pflanzen- und Unkrautbestands mit Drohnen ermöglicht. Die nachgelagerte Auswertung der Bilder mittels künstlicher Intelligenz erfolgt dann auf einer ähnlichen technischen Basis wie bei MagicScout.

Abhängig von der agronomischen Situation und den eingesetzten Erkennungsalgorithmen können die Drohnenbilder zur Bestimmung der Unkrautverteilung und -dichte auf unbestellten Felder verwendet werden („green vs. brown“).

Anspruchsvoller, aber ebenfalls in Entwicklung, sind Lösungen zur Detektion von Unkräutern zwischen den Kulturpflanzen während der Saison („green vs. green“). Um Herbizid-Programme maßgeschneidert auf die Kulturpflanze (zum Beispiel Mais, Zuckerrübe, Kartoffel etc.) zu entwickeln, ist hierbei – neben der Unkrautverteilung – zukünftig auch die Bestimmung der Unkrautklasse (mono oder dikotyl) und in einigen Fällen auch der Unkrautart wichtig.

Die Verwendung dieser hochaufgelösten, feldspezifischen Informationen wird es erlauben, zukünftig digitale Produktempfehlungen maßgeschneidert für ein Feld zu geben. Dabei können auch Informationen zur Vorjahreskultur, den verwendeten Herbiziden und zu verfügbaren historischen Unkrautkarten verwendet werden, um eine maßgeschneiderte Empfehlung für die aktuelle Saison zu geben. Bestmögliche Unkrautkontrolle bei gleichzeitig maximalem Resistenzmanagement sind dabei von zentraler Bedeutung.

Die Übersetzung der in Zentimeterpräzision bestimmten Position der Unkräuter in Applikationskarten ist ein besonders wichtiger Schritt. Moderne RTK-GPS gesteuerte Feldspritzen ermöglicht dabei eine deutlich präzisere und ressourcensparendere Art der Anwendung der empfohlenen Herbizide.

Neue Geschäftsoption Carbon Farming zahlt auf Ökologie und Ökonomie ein
Ende Juni 2021 hat Bayer sein Dekarbonisierungsprogramm für die Landwirtschaft in Europa kommuniziert. Das neue europäische „Carbon Program“ bringt Erzeuger mit weiteren Akteuren aus der Wertschöpfungskette zusammen, um neue Verfahren zur CO2-Reduzierung bei der Pflanzenproduktion und insbesondere auch Kohlenstoffbindung im Boden anzuwenden, künftige Vergütungssysteme für landwirtschaftliche Betriebe zu testen und damit zu den Zielen des Grünen Deals der Europäischen Kommission beizutragen. Es setzt den Schwerpunkt auf die zentrale Rolle, die Anbauer und ihre Felder im Klima- und Umweltschutz spielen und ist ein wesentlicher Teil des Nachhaltigkeitsversprechens von Bayer.

Dahinter steht die Idee, Landwirte für klimafreundliche Verfahren zu bezahlen, etwa wenn sie Zwischenfrüchte anbauen, weitgehend auf das Pflügen zu verzichten, Fruchtfolge zu betreiben oder Stickstoffdünger präzise einzusetzen. Diese Maßnahmen intelligent angewendet binden Kohlenstoff im Boden, verbessern die Bodengesundheit, die Widerstandsfähigkeit und die Produktivität. Zudem werden weniger Emissionen freigesetzt.

FieldView wird dabei unterstützen, alle Maßnahmen zu dokumentieren, auszuwerten und die richtigen Entscheidungen unter Berücksichtigung weiterer Parameter, wie Bodentyp und Witterung, abzuleiten.

Bayer stellt sein digitales Komplettangebot auf der Agritechnica 2022 vor
Landwirtinnen und Landwirte aus aller Welt setzen auf die Agritechnica, die vom 27. Februar bis 5. März 2022 in Hannover stattfindet. Mit dem Leitthema ‚Green Efficiency – inspired by solutions‘ bringt die Agritechnica die Herausforderung für eine erfolgreiche Landwirtschaft auf den Punkt. Es gilt in Zukunft eine steigende Produktivität zu ermöglichen und dabei Umwelt und Natur zu schützen.

„Das Leitthema passt zu Bayer und unseren Ambitionen im Bereich der Digitalisierung. Wir freuen uns, auf der Agritechnica 2022 unsere führenden digitalen Innovationen einem breiten Publikum vorzustellen. Dort sehen wir uns wieder“, so das Schlusswort von Peter R. Müller