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Bayer fördert Blühstreifenprojekte: Artenschutz und landwirtschaftliche Produktion geht Hand in Hand

Dettenheim/Monheim, 27. Juni 2022 – Am 27. Juni hieß es Bilanz ziehen über mehr als zehn Jahre Insektenschutz im intensiven Maisanbau. Dazu hatte Bayer CropScience Deutschland auf den Betrieb Bolzhof nach Dettenheim eingeladen. Bei dem Projekt, das an diesem Tag in Theorie und Praxis vorgestellt wurde, handelt es sich um das wahrscheinlich längste und flächenmäßig umfassendste Blühflächenprojekt in Deutschland. Gestartet hat man im Jahr 2010 mit zwei landwirtschaftlichen Betrieben aus Rheinmünster und Dettenheim am Oberrhein. Von Beginn an wurde das Projekt wissenschaftlich begleitet. Das Besondere ist, dass die Blühflächen voll in die landwirtschaftliche Produktion der Betriebe integriert sind.


An der Schnittstelle zwischen intensivem Maisanbau und Biodiversität, v.li. Sonja Pfistner, IFAB, Arno Schanowski, ILN, Dr. Rainer Oppermann, IFAB, Gernot Bolz, Bolzhof, Julia Köbele, Bayer

Bild 1: An der Schnittstelle zwischen intensivem Maisanbau und Biodiversität, v.li. Sonja Pfistner, IFAB, Arno Schanowski, ILN, Dr. Rainer Oppermann, IFAB, Gernot Bolz, Bolzhof, Julia Köbele, Bayer


Im Fokus stehen unter anderem Aspekte wie Blühmischungen beschaffen sein müssen. So brachten am Oberrhein mehrjährige Blühstreifen aus Naturschutzsicht sehr gute Ergebnisse. Die Arten- und Individuenzahlen bei Wildbienen nahmen deutlich zu, es tauchen auch zunehmend Rote-Listen-Arten auf. Von Vorteil in diesem Projekt ist die Vielfalt der Blühmischungen, das kontinuierliche Blühflächenangebot und die Vernetzung der Bestäuber-freundlichen Lebensräume. „Es wurden vernetzte Strukturen geschaffen und die Blühflächen sind so geplant, dass sie die betrieblichen Abläufe nicht stören – im Gegenteil: sie sind Teil der betrieblichen Praxis und mittlerweile auch der Fruchtfolge der Betriebe“, beschreibt Julia Köbele, zuständig für den Bereich Nachhaltigkeit bei Bayer CropScience Deutschland, die Erfolgsfaktoren. Projektpartner sind neben Bayer und den Landwirten Gernot Bolz (Bolzhof Dettenheim)und Reiner Graf (Birkenhof Rheinmünster) das Institut für Agrarökologie und Biodiversität (IFAB) und das Institut für Landschaftsökologie und Naturschutz (ILN). Das Projekt wird noch bis 2025 laufen.


Dr. Konrad Rühl – Leiter Abteilung Landwirtschaft, Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, eröffnete die Diskussion mit seinem Impulsreferat.

Bild 2: Dr. Konrad Rühl – Leiter Abteilung Landwirtschaft, Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, eröffnete die Diskussion mit seinem Impulsreferat.


Blühstreifen-Netzwerke

Die Maßnahmengebiete auf beiden Standorten sind 50 Hektar groß, der Anteil der Blühflächen beträgt fünf Hektar. 2018 hat man in Dettenheim die Blühfläche halbiert, um festzustellen, ob sich dadurch Auswirkungen auf die Biodiversität einstellen. In den ersten zwei Jahren seit der Flächenreduktion waren noch keine relevanten Effekte auf die Arten und Populationen sichtbar. 2021 erfolgte diese Reduzierung auch in Rheinmünster.

Die Zwischenergebnisse bis 2021 sind insgesamt bemerkenswert.

 

Fazit Stand heute

Die am Projekt beteiligten Landwirte sind ebenfalls überzeugt von dem, was sie tun. „Wenn es bei mir geht, auf den kleinen Flächen, dann geht es doch anderswo erst recht,“ meint etwa Reiner Graf vom Birkenhof in Rheinmünster. „Es ist erfreulich, wie gut sich intensiver Ackerbau mit wirksamen Biodiversitätsmaßnahmen verknüpfen lässt“, ergänzt Gernot Bolz.


Die Politik muss unterstützen

In einem Punkt sind sich alle beteiligten Akteure einig: Insektenschutz ist – wenn gut geplant, gut betreut und gut durchgeführt – auch in der intensivgenutzten und hochproduktiven Agrarlandschaft möglich. Seitens der Politik müssen aber die richtigen Rahmenbedingungen hierfür geschaffen werden: Beratung der landwirtschaftlichen Betriebe, naturräumliche Planung der Maßnahmen und Passgenauigkeit für den jeweiligen Betrieb, und ausreichend finanzielle Anreize für die Betriebe, die Maßnahmen auf ihren Flächen umsetzen.


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