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Bayer hat den Ackerfuchsschwanz fest im Blick

Anröchte/Monheim, 9. Juni 2022 – Der Versuchsstandort Anröchte-Berge blickt auf zehn Jahre angewandtes Resistenzmanagement zurück. Aus diesem Anlass hatte Bayer am 9. Juni zu einer Berater-Fachtagung in das Versuchszentrum eingeladen. Zum einen wurden der Versuchsaufbau und die Ergebnisse der zurückliegenden Jahre vorgestellt, zum anderen gaben die Bayer-Experten einen Ausblick auf die zukünftigen Aufgabenstellungen des Versuchszentrums.

Anröchte 1.0 – die Ergebnisse
Im ersten Informationsblock gab Dirk Kerlen, Entwicklungsmanager bei Bayer CropScience, einen Überblick über den Dauerversuch der Jahre 2012 bis 2018, der die Folgen unterschiedlicher Bewirtschaftungs- und Herbizidsysteme verdeutlicht. Aus diesen Jahren lassen sich umfangreiche Erkenntnisse über die Populationsdynamik des Ackerfuchsschwanz und dessen Resistenzentwicklung ziehen. Im Fokus standen Mais- und Rapsfruchtfolgen, die sich im Wesentlichen durch unterschiedliche Saattermine, Bodenbearbeitungssysteme und Herbizidstrategien unterschieden hatten. „Ackerbauliche Maßnahmen haben bei der Ackerfuchsschwanz-Kontrolle eine wesentliche Bedeutung“, erläuterte Dirk Kerlen. Eine weitere Erkenntnis: Auf vielen, nach Vorgabe der Versuchsanordnungen nicht optimal geführten Parzellen, war der Ackerfuchsschwanz im Laufe der Jahre außer Kontrolle geraten. Die Versuchsparzellen wurden deshalb im Jahr 2018 alle gehäckselt und abgefahren, um einen weiteren Aufbau des Samenvorrates im Boden zu vermeiden.

Anröchte 2.0 – neue Zielsetzung
Zwischen 2018 und 2022 ging es im Wesentlichen darum, den in Anröchte 1.0 aufgebauten Besatz mit Ackerfuchsschwanz durch verschiedene Strategien in den Griff zu bekommen und für verschiedene Ausgangssituationen passende Lösungsansätze zu entwickeln. Daran angelehnt wurden vier Versuchsfragen formuliert, die Jule Vorholzer, Market Development Manager Herbizide bei Bayer CropScience, erläuterte.

  1. Lässt sich mit der Bayer Anti-Resistenzstrategie eine Resistenzentwicklung beziehungsweise der Populationsaufbau bei Ackerfuchsschwanz auf weitere vier Jahre vermeiden?
  2. Welchen Effekt hat der Anbau von Weidelgras auf die Reduktion des Bodensamenvorrates?
  3. Kann –auch in Parzellen mit hohem Ausgangsbesatz –das Bodensamenpotenzial durch ackerbauliche Maßnahmen reduziert werden (Scheinsaat und Erweiterung der Fruchtfolge)?
  4. Kann auf den Einsatz von Glyphosat UND Pflug verzichtet werden, indem man den Anteil an Sommerungen auf 50 Prozent erhöht?

Im Gegensatz zum ersten Projektteil wurde von 2018 an in allen Varianten ein maximaler, kulturbezogener Einsatz von Herbiziden gefahren. Im Beispiel Weizen war das: Glyphosat vor der Aussaat, Herbstbehandlung mit Mateno Forte Set und Boxer und eine Frühjahrsnachlage mit Atlantis Flex (0,33 kg/ha) + Biopower (1 l/ha) und AHL (30 l/ha).

Auch wenn die Endauswertung noch nicht möglich ist, da die Daten für 2022 noch fehlen, können erste Zwischenfazits gezogen werden. So hat es sich gezeigt, dass es keine Allround-Lösung bei der Ackerfuchsschwanz-Kontrolle gibt. Die Lösungsansätze präsentierten sich situationsbezogen. Grundsätzlich bilden vorbeugende ackerbauliche Maßnahmen die Basis einer erfolgreichen Ackerfuchsschwanzbekämpfung. Diese sind etwa ein verspäteter Saattermin, der Einbau von Sommerungen in die Fruchtfolge, eine verstärkte Bodenbearbeitung und die Nutzung verschiedener Wirkstoffgruppen. Damit lässt sich ein Ackerfuchsschwanz-Ausgangsbesatz auf einem niedrigen Niveau halten, was die langfristige Wirksamkeit der Herbizidmaßnahmen absichert. Auch wenn diese Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes schon lange bekannt sind – in Anröchte werden sie dem Besucher Schwarz auf Weiß vor Augen geführt. Auf Sanierungsflächen müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um ein weiteres Aussamen zu verhindern, notfalls ist eine mehrjährige Stilllegung Ackerfuchsschwanz-verseuchter Flächen das Mittel der Wahl. Hier führten bereits wenige Jahre der Futtergrasnutzung dazu, den Ausgangsbesatz von weit über 1.000 Ackerfuchsschwanz-Ähren deutlich zu reduzieren.


IWM weltweit
Die Entwicklung von Herbizidresistenzen ist ein weltweites Problem. Dazu referierte Dr. Harry Strek, Scientific Director Weed Resistance bei Bayer, und erläuterte die Aufgaben des „Integrated Weed Management (IWM) Programms“ von Bayer. Es handelt sich grundsätzlich um einen globalen Ansatz, mit dem aber maßgeschneiderte lokale Lösungen zur Unkrautbekämpfung und zur langfristigen Reduktion der Samenbank im Boden erarbeitet und gefördert werden.



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