Agrar Magazin

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Innovative Lösungen für Sonderkulturen

Leverkusen, 7. April 2022 – Am 7. April informierte die Geschäftsführung der Bayer CropScience Deutschland GmbH die Fachpresse beim Jahres-Pressegespräch im Livestream (#BayerSoku22) über den Markt für Pflanzenschutzmittel in Sonderkulturen und speziell über die Neuheiten, die aktuell für die Anbauer zur Verfügung stehen.


Jahresrückblick 2021

„2021 war das Jahr der Pilzkrankheiten“, begann Markus Borkowski, Vertriebsteamleiter für Sonderkulturen der Bayer CropScience Deutschland GmbH seine Ausführungen. „Bedingt durch die ungewöhnlich lange Regenperiode in den Sommermonaten kam es zu Infektionsketten bei Pilzkrankheiten. Hervorzuheben sind hier Peronospora in Reben und Hopfen, falsche Mehltaupilze in Gemüsekulturen und Apfelschorf. Ungewöhnlich starke Zuwächse haben kurze Spritzintervalle erforderlich gemacht, Lücken in der Spritzfolge haben oftmals zu empfindlichen Ertragseinbußen geführt.“

Die Behandlungsintensität der ökologisch wirtschaftenden Betriebe war nochmal deutlich höher – Beispiele:

Eine ähnliche Situation zeigte sich bei den Unkräutern und Ungräsern. Durch die hohe Feuchtigkeit liefen mehrere Wellen auf und stellten die Landwirte so vor enorme Bekämpfungsprobleme. „Die Tendenz in Reihenkulturen blattaktive Herbizide, wie Glyphosat-haltige Produkte durch mechanische Verfahren zu ersetzen muss dabei kritisch hinterfragt werden. Neben der erhöhten Erosionsgefahr ist hier das Zerstören von Lebensräumen bestimmter bodenbrütender Insekten zu nennen (Beispiel Sandbienen)“, betonte Borkowski.

Fördert ein nasses Jahr das Auftreten von Pilzkrankheiten und Unkräutern beziehungsweise Ungräsern, stellte sich bei den Schadinsekten eine völlig andere Situation dar. Mit Ausnahme früher Rotweinsorten gab es nur ein lokales Auftreten der Kirschessigfliege. Blattläuse konnten in allen Kulturen gut kontrolliert werden, Spinnmilben traten verhalten auf.


Jahresausblick 2022

Rahmenbedingungen und Schwerpunkte
„Kalamitätsbedingt schätzen wir den Pflanzenschutzmarkt für Sonderkulturen im vergangenen Jahr auf 157 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von circa 11 Prozent. Größter Markt ist der Weinbau, gefolgt von Obstbau und Gemüse. Die Anbauflächen in Sonderkulturen sind stabil“, sagte Borkowski.

Für das kommende Jahr 2022 erwartet das Unternehmen eine Normalisierung der Intensitäten und damit einen Rückgang bei Fungiziden und einen leichten Anstieg bei Insektiziden. Mit seinem Portfolio ist Bayer in Sonderkulturen gut aufgestellt und belegt jeweils führende Positionen in den einzelnen Märkten.

Schwerpunkte von Bayer bei den Kulturen bzw. den einzelnen Segmenten

Weinbau:

Obstbau:

Hopfen:

Gemüse:

Zierpflanzen:

Bonusprogramm mit attraktiven Aktionen und personelle Aufstellung
Bayer-Kunden können in diesem dieses Jahr von drei attraktiven Aktionen des Premeo-Bonusprogramms profitieren:

Zur Teilnahme müssen lediglich die Bonuscodes im Aktionszeitraum gebucht und das Aktionskennwort im persönlichen Konto eingegeben werden.

Markus Borkowski gab am Ende seines Beitrags noch eine personelle Veränderung für den Norden Deutschlands bekannt: „Zur Saison 2022 heißen wir mit Arne Wolters einen ausgewiesen Obstbauspezialisten in unserem Team willkommen. Er wird das Gebiet im Nord-Osten betreuen. Christoph Lenter, der dieses Gebiet lange Jahre erfolgreich betreut hat, wird das Vertriebsgebiet im Nordwesten übernehmen.“


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Der Sonderkulturmarkt in Deutschland


„In den vergangenen Jahren konnte das Insektizid Movento SC 100 in Raumkulturen lediglich im Rahmen von Notfallzulassungen (Art. 53) eingesetzt werden. Nach etwa 10 Jahren laufendem Zulassungsverfahren ist nun ab Saisonstart erstmalig mit der regulären Zulassung ein Einsatz des Insektizids in Raumkulturen möglich. Für die Praxis ergeben sich nach der Zulassungserweiterung zahlreiche neue Einsatzmöglichkeiten“, sagte Tobias Bendig, Entwicklungsmanager Sonderkulturen der Bayer CropScience Deutschland GmbH zu Beginn seines Vortrags.

Wirkungsweise und Transport in der Pflanze
Movento SC 100 ist das erste Insektizid mit vollständiger Systemizität. Ist der Wirkstoff erst einmal in die Pflanze aufgenommen, wird Spirotetramat zu einem Enol hydrolisiert. Als schwache Säure kann diese Verbindung im Phloem transportiert werden und sich dann in der Pflanze akropetal (nach oben gerichtet) und basipetal (nach unten) verteilen. Diese außergewöhnlichen Eigenschaften werden als Zweiwege-Systemizität bezeichnet. „Diese Eigenschaft gibt es bei keinem anderen Insektizid. Wegen dieser bidirektionalen Beweglichkeit, das heißt Verlagerung sowohl im Xylem als auch im Phloem, sind auch neue, erst nach der Behandlung gebildete Blätter geschützt und es werden auch verborgen sitzende Schädlinge sicher erfasst“, so Bendig.

Nützlingsprofil
Movento SC 100 wurde intensiv auf seine Nützlingsverträglichkeit untersucht. Wichtige Nützlinge wie zum Beispiel Räuberische Gallmücken, Florfliegen, Parasitoide und andere werden geschont und somit der Anwender durch die zusätzliche indirekte Bekämpfung von Schadinsekten unterstützt. Movento SC 100 ist deshalb ideal für die Anwendung im integrierten Anbau geeignet.

Warum ist Movento SC 100 für die Praxis interessant?
Das breite Wirkungsspektrum ermöglicht die Kontrolle von Blattläusen, Blutlaus, Weißen Fliegen, Schildlaus-Arten, Spinnmilben, Weichhautmilben, Gallmücken, Gallmilben, Blattsauger-Arten, Zikaden und Rebläusen. Somit ist bei einer gezielten Positionierung die Kontrolle mehrerer Schaderreger gleichzeitig möglich. Movento SC 100 schont wichtige Gegenspieler von Blattläusen, Blutläusen und Blattsaugern. Dies ist im Verlauf der Saison häufig für eine Tilgung von spät auftretenden Schädlingen ausreichend und erntenahe Insektizid-Behandlungen können überflüssig werden. Außerdem eignen sich frühzeitige Insektizid-Einsätze in Apfel und Birne unmittelbar nach der Blüte ideal zur Rückstandsminimierung. Dadurch können nachfolgende Insektizid-Anwendungen im Sommer reduziert werden. Die durchschlagende Wirkung gegen schwer kontrollierbare Insekten, wie zum Beispiel Schildläuse, macht Movento SC 100 in zahlreichen Kulturen zu einem essenziellen Baustein der Strategie. Die systemische Aufnahme und Verteilung des Wirkstoffes Spirotetramat in der Pflanze gewährleistet eine ausgeprägte Dauerwirkung in der Regel von mehreren Wochen.

Wichtige Hinweise für eine erfolgreiche und sichere Anwendung:
„Besonders effektiv werden junge Entwicklungsstadien saugender Insekten kontrolliert. Deshalb sind frühe Anwendungstermine entscheidend für ein gutes Ergebnis“, betonte Bendig. Zur Vermeidung von Unverträglichkeiten und für die Sicherstellung einer ausreichenden Wirkstoffaufnahme sollte Movento SC 100 nicht in Tankmischung mit anderen Produkten ausgebracht werden. Weiterhin sollten drei Tage vor und nach der Anwendung von Movento SC 100 keine Pflanzenschutzmittel oder Blattdünger zum Einsatz kommen.


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Movento SC 100 – eine bewährte Innovation jetzt auch mit breiter Zulassung in Raumkulturen


Frank Kuhmann, verantwortlich für das Kundenmarketing Sonderkulturen der Bayer CropScience Deutschland GmbH ging nachfolgend auf den Einsatz von Movento SC 100 in den verschiedenen Kulturen ein:

Hopfen (Blattläuse und Spinnmilben):
Movento SC 100 sollte wegen der langsamen Anfangswirkung bei wüchsiger Witterung, vor dem Aufbau großer Insektenpopulationen und deutlich vor der Blüte eingesetzt werden. Die Wirkstoffaufnahme wird durch ein langsames Antrocknen des Spritzbelages begünstigt. Für eine gute Verteilung des Wirkstoffes in der Pflanze ist aktives Längenwachstum, eine umfassende Benetzung der Pflanze mit einer ausreichend hohen Wasseraufwandmenge erforderlich.

Apfel (Blutlaus und Co.):
Die Anwendung erfolgt unmittelbar nach der Blüte, wenn die ersten Blutläuse vom Altholz auf die Neutriebe wandern, in jedem Fall aber vor einer sichtbaren Koloniebildung an den Neutrieben. Bei hohem Befallsdruck können zwei Behandlungen erforderlich werden, um den Blutlausbefall zu reduzieren. Die besten Ergebnisse werden erreicht, wenn bei Bedingungen gespritzt wird, die eine systemische Wirkstoffaufnahme im Laufe des Anwendungstages fördern. Dies sind zum Beispiel aktives Pflanzenwachstum und eine gute Wasserversorgung. Gleichzeitig auftretende saugende Insekten werden beim Einsatz gegen Blutlaus miterfasst.

Birne (Birnenblattsauger):
Die Anwendung erfolgt auf die schlupfbereiten Eier beziehungsweise spätestens zum Schlupf der ersten Larven im Mai (bei Warnaufruf unmittelbar nach der Blüte ab BBCH 69).

Steinobst und diverse Strauchbeeren (Blattläuse und Schildläuse):
Bei der Blattlausbekämpfung sollten frühe Behandlungstermine bei Befallsbeginn nach der Blüte gewählt werden, bevor sich große Populationen von Schaderregern aufgebaut haben. Der Einsatz gegen Schildlaus-Arten erfolgt zum Schlupfbeginn der Wanderlarven (Crawler).

Keltertrauben (Schildlaus-Arten, Rebläuse):
Im Weinbau werden Schildläuse als Überträger von Viruserkrankungen in Verbindung gebracht. Bisher konnten Öle zur Befallsminderung eingesetzt werden. Mit Movento SC 100 steht der Praxis nun ein hochwirksames Insektizid für die Bekämpfung von Wanderlarven zur Verfügung.


Vor dem Einsatz von Movento SC 100 sind grundsätzlich die Hinweise zur Anwendung Auflagen und Anwendungsbestimmungen auf dem Etikett der Handelsware zu beachten. Weitere aktuelle Informationen finden Sie auf unserer Webseite unter „Pflanzenschutzmittel“.

 

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