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Titelbild Studie zum Innovationsstandort Nordrhein-Westfalen
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Bayer stellt Studie zum Innovationsstandort Nordrhein-Westfalen vor

Monheim, 29. August – Anfang April wurde der Zwischenstand einer von Bayer initiierten Studie zum Agrar- und Innovationsstandort Nordrhein-Westfalen (NRW) in einem Werkstattbericht der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Phase 1 dieser Analyse, die vom Ruhr-Forschungsinstitut für Innovations- und Strukturpolitik e.V. und der HFFA Research GmbH erarbeitet wurde, ist jetzt abgeschlossen. Bei der Studie handelt es sich zum einen um eine detaillierte Bestandsaufnahme der Wettbewerbsfähigkeit des Agrar- und Ernährungssektors NRW sowie deren Innovationsaktivitäten und -potenziale. Der vollständige Bericht kann auf www.agrar.bayer.de/NRW abgerufen werden.

Prof. Dr. Helmut Karl vom Ruhr-Forschungsinstitut für Innovations- und Strukturpolitik e.V. sagt zur Studie: „Die Ergebnisse haben uns durchaus überrascht. Auf den unterschiedlichen Ebenen der Agrar- und Ernährungswirtschaft in NRW sind gut aufgestellte Akteure in ihrem jeweiligen Bereich zum Teil herausragend innovativ. Mit Blick auf Produktivitäts- und Nachhaltigkeitsziele ist hier noch einiges an Neuentwicklungen zu erwarten beziehungsweise möglich.“
„Die Studie hat uns gezeigt, dass sowohl von Seiten der Forschungslandschaft als auch mit Blick auf die ansässigen Unternehmen sowie von der Landwirtschaft selbst, NRW sehr gute Voraussetzungen mitbringt, Innovationen für die Agrar- und Ernährungswirtschaft zu entwickeln und dem Markt zur Verfügung zu stellen. Es kommt jetzt darauf, Rahmenbedingungen zu schaffen und die Potenziale noch besser zu heben“, so das Fazit der Studie von Peter R. Müller, Geschäftsführer der Bayer CropScience Deutschland GmbH. „Bayer plant, die Studie um eine weitere Analyse des Status Quo und der Potenziale für NRW auszudehnen. Dabei soll ein besonderes Augenmerk auf die neuen Züchtungsmethoden gelegt werden. Auch streben wir einen Bundesland- beziehungsweise europäischen Ländervergleich an“, stellt Müller darüber hinaus in Aussicht.

Die vorliegenden Studienergebnisse zeigen, dass die Investitionstätigkeit der Landwirtschaft in NRW ist als sehr hoch einzuschätzen ist. Laut Studie können 44 Prozent allen Wachstums der letzten 15 Jahre auf Innovationen zurückgeführt werden. Das liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Ursachen dafür sind die guten Standortbedingungen in dem Bundesland sowie die gute Qualifizierung der Betriebsleiter und deren Fähigkeit, Innovationen auf ihren Betrieben zu etablieren. Auch das Produktionsniveau liegt in NRW deutlich über dem Durchschnitt der Europäischen Union.

Vorgelagerte Sektoren wie die Landtechnikbranche und Unternehmen, die sich mit Pflanzenschutz, Düngung und Pflanzenzüchtung beschäftigen, fördern die Innovationskraft der Agrarbranche ebenso wie das breit aufgestellte wissenschaftliche Umfeld. Mit besonderem Blick auf die Innovationskultur ist festzustellen, dass die Unternehmenserfolge oftmals auf „smarte“ Lösungen zurückzuführen sind. Die Studie geht davon aus, dass beispielsweise der digitale Wertschöpfungsanteil in der Landmaschinentechnik bei rund 30 Prozent liegt, Tendenz steigend.

Potenzielle Innovationen sind aus der Szene der Start-ups zu erwarten. Darüber hinaus kann NRW auf verschiedene Forschungsprojekte verweisen, die besondere Aussichten auf Innovationen „in der Pipeline“ eröffnen. In Sachen Digital Farming ist in NRW im Besonderen eine Initiative von Bayer und Microsoft hervorzuheben. Digitale Tools wie Bayers Climate FieldView, das heute bereits auf mehr als 180 Millionen Hektar Ackerland in mehr als 20 Ländern der Erde eingesetzt wird, zählen dazu.


Schwerpunkt Pflanzenbau

Viele Unternehmen in NRW sind in den Sektoren Pflanzenschutz, -ernährung und -züchtung aktiv. Das weltweit umsatzstärkste Unternehmen der Agrarchemie einschließlich der Pflanzenzüchtung ist die Bayer AG mit Hauptsitz in NRW. Die Division CropScience des Konzerns entwickelt am Standort Monheim neue Pflanzenschutzmittel. Rund 11 Prozent des Umsatzes fließen wieder in die Forschung und Entwicklung (FuE) zurück. Dabei decken die Forschungsarbeiten eine Reihe auf die Zukunft zielende Bereiche ab, so etwa neue biotechnische Züchtungsverfahren, digitale Anwendungen wie FieldView, aber auch biologische Anwendungen.

Bayer CropScience ist ein Global Player. Zu den zukunftsweisenden Praxisanwendungen zählen MagicScout und MagicTrap. Diese Produkte sind das Ergebnis digitaler Innovationsforschung mit dem Ziel genauerer und effizienterer Schaddiagnosen auf dem Feld. Des Weiteren gehört zum Feld der Innovationen das Carbon Programm, das Landwirten die Möglichkeit geben soll, CO2 in der Pflanzenproduktion zu reduzieren. Im Fokus steht dabei die Testung künftiger Vergütungssysteme für landwirtschaftliche Betriebe.

Das dritte herausragende Projekt ist das sogenannte Innovation Lab – Herbizid-Management, mit dem ein innovativer Umgang mit Unkräutern gewährleistet werden soll. Auch hierbei spielen innovative digitale Verfahren eine essenzielle Rolle.

In der Pflanzenzüchtung sind die Biotech-Aktivitäten von Bayer besonders zukunftsweisend. Eine intensive Zusammenarbeit besteht hier unter anderem mit dem Forschungszentrum Jülich, den Universitäten in Köln und dem Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung.

Neben Bayer sind weitere Unternehmen der Agrarchemie mit weltweiter Bedeutung sowie Firmen der Spezialchemie in NRW vertreten sowie Unternehmen, die sich mit innovativer Züchtung beschäftigen. Insgesamt ist in der Pflanzenzüchtung und im Pflanzenschutz eine Digitalisierung durch eine FuE-getriebene Entwicklung zu beobachten.


Eine breit aufgestellte „Forschungslandschaft“

Forschung und Lehre sind in NRW breit aufgestellt. Die institutionelle Forschung legt den Fokus auf die Gebiete Digitalisierung, Pflanzenzüchtung/-produktion/-schutz, Nahrungsmittel und Ernährung sowie Technik. Viele der beteiligten Forschungsinstitutionen arbeiten im Forschungsnetzwerk NRW-Agrar zusammen. Auf dem Gebiet der Lehre und Ausbildung künftiger Praktiker und Forscher sind die Universität Bonn und die FH Südwestfalen stellvertretend zu nennen.


Zusammenfassung der Stärken und Schwächen

Die vorgelagerte Landmaschinentechnik sorgt in der Landwirtschaft zu Produktivitäts-, Wachstums- beziehungsweise Kapazitätsschüben. Sie kann somit zu den Innovationstreibern gezählt werden. Im Pflanzenschutz und in der Pflanzenzüchtung sind einerseits eine Digitalisierung und andererseits eine durch FuE getriebene Entwicklung zu beobachten. Auch dies führt in der Landwirtschaft zu Innovationsschüben. FuE unterliegt umfangreichen europäischen Regulierungen. Dies wird bei der Evaluierung zukünftiger Wachstumspotenziale auch in NRW zu berücksichtigen sein. Die dazu notwendige Debatte muss intensiviert und weitergeführt werden, auch im akademischen Kontext.
Weitere Produktivitätsschübe sind erforderlich, um die Herausforderungen der Zukunft, etwa die wachsende Nachfrage nach Agrarprodukten, meistern zu können. Als Hemmschuh für alle Bereiche stellt sich derzeit noch die suboptimale digitale Infrastruktur heraus, die die Digitalisierung in der Fläche noch behindert. Die digitale Infrastrukturpolitik muss diese Schwäche angehen. Auch die Pflanzenbiotechnologie bietet noch große Potenziale. Hier erweisen sich politische Rahmenbedingungen als Hemmschuh, Innovationen zur Marktreife zu bringen. Auch darf die gesellschaftliche Debatte nicht vernachlässigt werden. Innovationen erfordern Kommunikation, um Akzeptanz zu ermöglichen. „Ich freue mich schon auf Phase 2 der NRW-Studie“, sagt Peter R. Müller. „Ich erhoffe mir weitere Erkenntnisse, wie es uns gelingen kann, noch mehr für die Entwicklung und Anwendung von Agrarinnovationen zu bewirken.“

Der Ergebnisbericht der vorliegenden Studie steht auf www.agrar.bayer.de/NRW zum Download zur Verfügung.


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Studie: Agrar- und Innovationsstandort Nordrhein-Westfalen
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