Agrar Magazin

Heinz Breuer und Team in Deidesheim
Aktuelles

Bayer präsentiert Neuheiten und führende Lösungen für Sonderkulturen 
in einem herausfordernden Umfeld

  • Wirkstoffverluste im Pflanzenschutz stoppen – Forderung nach gezielten Ressourcen für die Bewertung neuer Wirkstoffe und Umsetzung von vorhandenen Risiko-Management-Optionen
  • Mehrgleisige Portfolio-Strategie mit dem Anspruch, den Anbauern trotz herausforderndem Zulassungsumfeld zuverlässige Lösungen zur Verfügung zu stellen
  • Marktstärke trifft Produktstärke: Präsenz in den Top-Segmenten
  • Neuheit Serenade Soil Activ – Fungizid für Bodenanwendungen im Obst-, Gemüse-, und Zierpflanzenbau
  • Neuheit VYNYTY Carpocapsa Press – Apfelwickler-Kontrolle ohne Insektizid-Einsatz
  • De Ruiter & Seminis – Züchtungsneuheiten bei Erdbeeren, Tomaten, Blumenkohl, Spinat und Zwiebeln

Deidesheim, 19.03.2026

Aktuelles zu Bayer – Genehmigung von Wirkstoffen bleibt eine große Herausforderung
Heinz Breuer, Unternehmenskommunikation

Bayer ist ein Life-Science-Unternehmen mit weltweit führenden Geschäften auf den Gebieten Gesundheit und Ernährung. Die innovativen Produkte tragen zur Lösung grundlegender Herausforderungen einer stetig wachsenden und alternden Weltbevölkerung bei. Unsere Mission zahlt darauf ein und lautet: „Health for all, Hunger for none“. Am 4. März 2026 wurden die Geschäftszahlen für das vorangegangene Jahr präsentiert.

Zum 31. Dezember 2025 war Bayer mit 272 konsolidierten Gesellschaften und fast 88.100 Beschäftigten in 80 Ländern vertreten – darunter 18.700 Beschäftigen in Deutschland. Der Umsatz des Bayer-Konzerns belief sich 2025 auf 45,6 Milliarden Euro. Die Division Crop Science hält mit 21,6 Milliarden Euro den größten Umsatzanteil aller drei Divisionen. Zwei Milliarden Euro fließen bei Crop Science in Forschung und Entwicklung, was dem höchsten Etat in der Branche entspricht. Trotz enormer Anstrengungen und Investitionen in Forschung und Entwicklung leidet zunehmend die Verfügbarkeit genehmigter Wirkstoffe in der Europäischen Union (EU).

Hier ist bereits seit einigen Jahren ein deutlich spürbarer Rückgang bei den chemisch-synthetischen, aber auch biologischen Pflanzenschutzmittelwirkstoffen festzustellen. Basis für die Wirkstoffgenehmigung ist die Verordnung (EG) Nr. 1107/2009. Diese sollte eigentlich ein Gleichgewicht schaffen: Sicherheit für Mensch, Tier und Umwelt auf der einen Seite und ausreichend Lösungen für die landwirtschaftlichen Probleme auf der anderen Seite. Dieses Gleichgewicht ist aus den Fugen geraten. Grund dafür sind überbordende Regulierungsverfahren, die den realen Begebenheiten der Anbauer nicht mehr gerecht werden. So wurde seit 2019 kein neuer chemisch-synthetischer Wirkstoff in der EU mehr genehmigt, gleichzeitig sind aber mehr als 84 chemisch-synthetische Wirkstoffe weggefallen. Auch bei biologischen Wirkstoffen ergibt sich ein Nettoverlust von fünf Substanzen. Zugleich stauen sich auf EU-Ebene etwa 76 Anträge für neue Wirkstoffe, deren Genehmigung sich aus regulatorischen Gründen verzögert. Die EU kann mit der Prüfung der selbst auferlegten Anforderungen nicht Schritt halten, wodurch immer mehr Innovationen im EU-Genehmigungsprozess festhängen.

In der EU ist aufgrund der regulatorischen Hürden die Wirtschaftlichkeit, neue Wirkstoffe zu genehmigen, deutlich geringer als in anderen Teilen der Welt. Entscheidend ist, das derzeitige Ausmaß der Verluste an chemisch-synthetischen, aber auch an biologischen Wirkstoffen auf der EU-Ebene und bei den Produktzulassungen in Deutschland zu stoppen. Es gibt dazu heute bereits die Möglichkeit – und zwar auf Basis des Artikels 4(7) der Verordnung (EG) 1107/2009 bei entsprechender Bedrohungslage und fehlenden Alternativen. Bislang macht die EU hiervon leider keinen Gebrauch.

Es braucht zudem schnell eine fundamentale Neuausrichtung des Genehmigungsverfahrens von Wirkstoffen auf EU-Ebene – weg von bestimmten Ausschlusskriterien, die auf rein theoretischen Gefahrenpotenzialen basieren, hin zu einer wissenschaftlichen und datenbasierten Bewertung. Würde man einige EU-Ausschlusskriterien risiko- statt gefahrenbasiert beurteilen, wie alle anderen Regionen der Welt es tun, könnten zahlreiche Wirkstoffe im Markt bleiben oder in den Markt kommen – ganz ohne Abstriche bei der Sicherheit für Mensch, Tier und Umwelt. Wenn das nicht passiert, wird der Druck auf die Landwirtschaft in Europa weiter steigen.

Die Landwirtschaftsbranche erwartet von dem „Food and Feed Safety Simplification Omnibus“ – einem Vorschlag der EU-Kommission für Wettbewerbsfähigkeit und zur Entbürokratisierung unter anderem der Pflanzenschutz-Zulassungsverordnung 1107/2009 – neue Impulse. Die erste Analyse ist jedoch ernüchternd. Die bestehenden Probleme beim Pflanzenschutz werden wir so nicht lösen. Und wie steht es um die Produktzulassung hierzulande? Hier sollten deutsche Gesetze angepasst werden, damit Widersprüche von Umweltverbänden gegen Neuzulassungen diese nicht mehr mit sofortiger Wirkung außer Kraft setzen, bevor die Prüfung auf Rechtmäßigkeit erfolgt ist. Denn Firmen, Landwirtinnen und Landwirte hierzulande haben ein Recht auf Planungssicherheit. Immer mehr Notfallzulassungen bieten weder der Industrie noch der Landwirtschaft eine ausreichende Planungssicherheit.

Bayer stellt sich der Herausforderung, Wirkstoffwegfälle so weit wie möglich umgehend und möglichst gleichwertig zu ersetzen. Das Unternehmen begegnet dieser Herausforderung dabei mit einer Dreifachstrategie: Erstens werden entstehende Lücken kurzfristig durch neue Produktkonzepte und/oder mit der Unterstützung von Notfallzulassungen geschlossen.

Zweitens wird die Wirksamkeit bestehender Wirkstoffe durch konsequentes und proaktives Resistenzmanagement geschützt, beispielsweise durch integrierte Produktkonzepte mit mehreren Wirkstoffen oder Spritzfolgen mit Wirkstoffwechsel. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Landwirtschaft insgesamt die Maßnahmen des integrierten Pflanzenschutzes konsequent umsetzt. Das schützt die Wirkstoffe vor Resistenzen und sichert letztendlich Ernten. Bayer unterstützt hier maßgeblich durch sein flächendeckendes Beratungsnetzwerk landwirtschaftlicher Betriebe.Drittens investiert Bayer unverändert die höchsten Etats der Branche in Forschung und Entwicklung, um neue innovative Lösungen auf den Markt zu bringen. Dabei wird gezielt auch in hohem Umfang in Deutschland und für den europäischen Markt investiert und es kommen modernste Entwicklungsmethoden zum Einsatz. Ein Beispiel aus der Wirkstoff-Forschung für den Einsatz moderner Technologien ist „CropKey“. In diesem Forschungsbereich setzt Bayer verstärkt auf Künstliche Intelligenz (KI). Hierbei wird der Stoffwechsel der Zielorganismen mithilfe einer computergestützten Zielerkennung analysiert und ideale Eingriffspunkte werden identifiziert. Für diese Eingriffspunkte werden dann KI-basiert gezielt Moleküle „designed“, die wie ein Schlüssel ins Schloss passen. Gleichzeitig wird vorausschauend auf Sicherheitsprofile geachtet.

Marktstärke trifft Produktstärke: Präsenz in den Top-Segmenten
Markus Borkowski, Vertriebsteamleiter Sonderkulturen

Hopfen 
„Auf Basis unserer eigenen Schätzungen positionieren wir uns als Nummer 1 im Segment der Hopfen-Fungizide“, führte Markus Borkowski, Vertriebsteamleiter Sonderkulturen, in den fachlichen Teil ein. Hier bietet Bayer drei Fungizide an, die essenzielle Bausteine in der Krankheitsbekämpfung beim Hopfen sind. Profiler, mit seiner einzigartigen Kombination aus einem teil- und vollsystemischen Wirkstoff, stellt einen unverzichtbaren Standard zur Bekämpfung der Primärinfektion der Peronospora vor dem Anleiten dar. In diesem Bereich wird Profiler auf circa 10.000 Hektar und damit in allen peronosporaempfindlichen Sorten eingesetzt. Aliette WG, mit dem vollsystemischen Wirkstoff Fosetyl-AL, ist besonders im Hopfen aufgrund des starken Neuzuwachses eine wichtige Säule der Peronospora-Bekämpfung und wird auf etwas mehr als 20.000 Hektar eingesetzt.

Im Bereich des Echten Mehltaus hat sich Luna Sensation seit seiner Zulassung vor zwei Jahren als starkes Produkt etabliert. Aufgrund seiner Zuverlässigkeit setzen die Hopfenpflanzer das Produkt bei mehltauempfindlichen Sorten zweimal pro Saison und bei weniger empfindlichen Sorten einmal pro Saison ein, sodass Luna Sensation auf circa 30.000 Hektar Hopfen Anwendung findet.

Weinbau
Im Weinbau gilt der Spruch: „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Das bedeutet: Sowohl Oidium als auch Peronospora müssen bis zur abgehenden Blüte konsequent ausgeschaltet werden. Genau in diesem entscheidenden Bereich zeigt das Bayer-Portfolio seine Stärken. Profiler wurde im trockenen Jahr 2025 auf circa 30.000 Hektar vor der Blüte eingesetzt. In Jahren mit hohem Peronospora-Druck findet das Produkt auf mehr als 40.000 Hektar Anwendung und zählt somit zu den führenden tiefenwirksamen Peronospora-Produkten.

Im Oidium-Bereich vor und über die Blüte ist Bayer ebenfalls mit ProsperTEC stark vertreten, das auf circa zwei Dritteln der Rebfläche vor der Blüte eingesetzt wird, um latente Infektionen auszuschalten. Ein ähnlicher Flächeneinsatz entfällt auf die beiden Luna-Produkte in der abgehenden Blüte. Anwender schätzen hier besonders das integrierte Anti-Resistenz-Management durch die Kombination zweier Wirkstoffe, was den langfristigen Schutz der Wirkstoffgruppe sichert. Das Bayer Fungizid-Portfolio umfasst somit die tragenden Säulen einer erfolgreichen Fungizid-Strategie im Weinbau.

Kernobst (Äpfel)
Obwohl Bayer derzeit kein Schorf-Fungizid im Portfolio hat, sind die beiden Fungizide Luna Experience und Flint unverzichtbare Bausteine in der Mehltau- und Lagerschorf-Bekämpfung. Der Schwerpunkt des Einsatzes von Luna Experience liegt in und um die Blüte. Hier sind breit wirksame und sichere Kombinationen gefragt. Die Tatsache, dass Anwender Luna Experience im Schnitt ungefähr zweimal in die Spritzfolge integrieren, zeigt das Vertrauen, das das Produkt im Markt genießt. Lagerschorf muss im Feld ausgeschaltet werden. Neben den Captan-Präparaten steht hier das Präparat Flint zur Verfügung. Die kurze Wartezeit und die sichere Wirkung führen zu einem Einsatz des Produktes auf circa 22.000 Hektar.

Erdbeeren
Obwohl Bayer nicht über das stärkste Einzelprodukt in diesem Segment verfügt, gehört das Unternehmen wegen des breiten Portfolios zu den Top-Anbietern der Erdbeer-Fungizide. Für Flint wurde eine Zulassungsübertragung für den Einsatz in Erdbeeren beantragt. Nach erfolgter Genehmigung sieht Borkowski Potenzial für eine Behandlung. Schon heute ist Luna Sensation, das auf circa 6.500 Hektar zum Einsatz kommt, ein wichtiges Fungizid. Anwender vertrauen besonders zu Beginn der Blüte auf seine breite Wirkung. Der Botrytis-Spezialist Teldor wird heute auf circa 5.000 Hektar eingesetzt. Mittelfristig wird Teldor als Produkt einer eigenen Wirkstoffgruppe eine zunehmende Bedeutung im Anti-Resistenz-Management und Potenzial für mehr als eine Behandlung erlangen. Zusammengefasst bietet Bayer zukünftig das stärkste Fungizid-Portfolio für Erdbeeren an.

Biologischer Pflanzenschutz neu gedacht: Zurück zu den Wurzeln und hoch hinaus

Serenade Soil Activ – Fungizid für Bodenanwendungen im Obst-, Gemüse-, und Zierpflanzenbau
Frank Kuhmann, Kundenmarketing Sonderkulturen

Frank Kuhmann, Kundenmarketing Sonderkulturen, gab einen Überblick über die Lösungen, die Bayer neu im Bereich "Biologischer Pflanzenschutz" anbietet. Serenade Soil Activ ist ein biologisches Fungizid und enthält den Wirkstoff Bacillus amyloliquefaciens Stamm QST 713. Die vorbeugende Wirkung gegen bodenbürtige Schadpilze basiert auf einem verbesserten Wurzelwachstum, auf der Aktivierung pflanzeneigener Abwehrmechanismen und einer verbesserten Stresstoleranz der Kulturpflanzen. Das Suspensionskonzentrat (SC) wurde als Pflanzenschutzmittel langfristig in zahlreichen Kulturen im Gemüse-, Zierpflanzen- und Erdbeeranbau für Anwendungen im Freiland und Gewächshaus zugelassen. Es wirkt gegen Schaderreger wie Rhizoctonia, Fusarium, Sclerotinia und Pythium. Ein zentrales Merkmal von Serenade Soil Activ ist die hohe Sporenbeladung. Deshalb wird eine Anwendung zur Saat oder unmittelbar nach der Pflanzung durch Spritzen, Gießen oder Tropfen empfohlen. Eine frühzeitige Anwendung steigert die Pflanzenvitalität und ist somit die Grundlage für positive Ertragseffekte.

Im Wurzelbereich keimen die Sporen mit Beginn des Wurzelwachstum beziehungsweise der Ausscheidung von Wurzelexudaten und besiedeln die jungen Wurzeln der Kulturpflanzen. Mit der Besiedelung der Wurzelhaare bildet sich ein Biofilm als natürliche Barriere gegen Krankheitserreger. Die Bakterien bilden bei dieser Symbiose außerdem Fungizid-wirksame Substanzen und Phytohormone, die Bodenpathogene reduzieren und das Wurzel- und Pflanzenwachstum verbessern. In Möhren und Zwiebeln konnte in zahlreichen Praxisversuchen nach der Anwendung von Serenade Soil Activ eine intensivere Wurzelbildung und Ertragszuwächse beobachtet werden. Eine größere Wurzelmasse erhöht die Stresstoleranz der Kulturen, zum Beispiel bei Hitze oder Trockenheit, und eine optimierte Aufnahme von Haupt- und Mikronährstoffen kann zusätzlich die Lagerstabiltät der Erntegüter deutlich verbessern.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten: Serenade Soil Activ ist ein neues biologisches Fungizid für Bodenanwendungen und stellt eine wertvolle Ergänzung in zahlreichen Spezialkulturen dar. Es erhöht die Widerstandsfähigkeit der Kulturpflanzen und reduziert dabei den Befall durch bodenbürtige Schadpilze. Zukünftig werden wichtige Wirkstoffe für Beiz- und Bodenanwendungen wegfallen. Deshalb ist Serenade Soil Activ als nicht rückstandsrelevantes Pflanzenschutzmittel ein wichtiger Baustein zur Absicherung zukünftiger Ernten.

VYNYTY Carpocapsa Press – Apfelwickler Kontrolle ohne Insektizid-Einsatz
Tobias Bendig, Entwicklungsmanager Sonderkulturen

Tobias Bendig, Entwicklungsmanager Sonderkulturen, gab einen Überblick über die Bayer-Optionen bei der Kontrolle des Apfelwicklers ohne Insektizide. Das Präparat VYNYTY Carcocapsa Press ist ein innovatives Pflanzenschutzmittel, das speziell zur Kontrolle des Apfelwicklers entwickelt wurde. Der Hauptbestandteil ist (E,E)-8,10-Dodecadien-1-ol in einer Konzentration von 100 g/kg. Es wird in Form einer Gel-Paste ausgebracht. Die Wirkung des Produkts basiert auf der Pheromon-Verwirrung, die effektiv dazu beiträgt, die Population des Apfelwicklers zu kontrollieren.

VYNYTY Carcocapsa Press ist für den Einsatz in Kern- und Schalenobst zugelassen und sollte vor Beginn des Falterflugs angewendet werden. Die Anwendung erfolgt durch das Anbringen von Diffusionspunkten auf Pfählen, wobei eine Aufwandmenge von 1,25 bis 1,75 kg pro Hektar empfohlen wird. In der Praxis wird eine Menge von 1,25 kg/ha als optimal erachtet. Dies entspricht 500 Gel-Punkten pro Hektar.

Das Präparat wird in Verpackungseinheiten von vier Mal 312,5 g in Schlauchbeuteln angeboten. Dazu gibt es einen speziellen Applikator, den "VYNYTY-Pherojet" mit einer Nachlaufstopp-Funktion. Dieser Applikator ermöglicht eine exakte und zeitsparende Ausbringung des Präparats. Die Wirksamkeit von VYNYTY Carcocapsa Press wurde in Feldversuchen nachgewiesen. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Effektivität gegen den Apfelwickler, ohne Rückstände im Erntegut zu hinterlassen. Zudem bietet das Präparat eine lange Haltbarkeit von bis zu zwei Jahren und kann einen wichtigen Beitrag zum integrierten Apfelanbau leisten, da es keine Plastikrückstände in der Kultur hinterlässt und den Einsatz von Insektiziden reduziert.

Die Mikrokapseltechnologie sorgt für eine optimale Diffusion des Pheromons und garantiert eine gleichmäßige Abgabe des Pheromons auch bei sehr hohen Temperaturen. VYNYTY Carcocapsa Press ist einfach zu handhaben und kann bei Raumtemperatur gelagert werden. Es ist eine geeignete Lösung für den biologischen Obstbau und trägt zur nachhaltigen Kontrolle des Apfelwicklers bei. Vor der Verwendung sind die Etiketten und Produktinformationen sorgfältig zu lesen, um die Sicherheit und Wirksamkeit des Produkts zu gewährleisten.

Schwerpunktempfehlungen in den bedeutsamen Sonderkulturen 
Markus Borkowski, Vertriebsteamleiter Sonderkulturen

Im Anschluss erläuterte Markus Borkowski die Bayer Schwerpunktempfehlungen zu den bedeutsamen Sonderkulturen. Im Hopfen kommt es bei der Bekämpfung der Peronospora – besonders bei empfindlichen Sorten – darauf an, die Primärinfektion frühzeitig zu unterdrücken. Bewährt hat sich der Einsatz von Profiler kurz vor dem Anleiten (bis circa Ende April). Profiler kombiniert einen teil- und einen vollsystemischen Wirkstoff und bietet damit frühzeitigen, verlässlichen Schutz.

Im weiteren Verlauf der Saison empfiehlt sich der Zusatz von Aliette WG zu teilsystemischen Produkten oder Kontaktmitteln, um auch den Neuzuwachs zu schützen. 

Eine besondere Herausforderung stellt die Bekämpfung des Echten Mehltaus dar. Luna Sensation gilt aktuell als sicheres Mittel und ist daher die Hauptempfehlung in der empfindlichen Wuchsphase. Es gilt, Mehltauinfektionen frühzeitig zu unterbinden und mit einem sauberen Bestand in die Blüte zu gehen.

Kernaussagen für den Hopfen:

  • Profiler zur Primärinfektionsbekämpfung (bis Ende April / kurz vor dem Anleiten)
  • Aliette WG ergänzend im Saisonverlauf zum Schutz von Neuzuwachs
  • Luna Sensation als bevorzugtes Mittel gegen Mehltau in der sensiblen Wuchsphase

Im Weinbau ist bei der Mehltaubekämpfung frühzeitiges Handeln entscheidend. In Anlagen mit Vorjahresbefall sollte bereits im 3‑Blatt‑Stadium begonnen werden. Der Einsatz von ProsperTEC im 5–9‑Blatt‑Stadium schaltet frühe, latente Infektionen aus und legt die Basis für einen sauberen Start in die Rebblüte. Im empfindlichen Stadium der abgehenden Blüte ist ein Produkt aus der SDHI‑Gruppe als „Ankerprodukt“ einzusetzen. Die Produkte der Luna‑Familie zeichnen sich durch die Kombination zweier Wirkstoffe aus und unterstützen so ein integriertes Anti‑Resistenz‑Management.

  • LunaMAX als Kombination aus Spiroxamine (wie in ProsperTEC) und Fluopyram — hohe Wirkungssicherheit
  • Luna Experience als Empfehlung für Regionen mit Schwarzfäule

Generell ist konsequenter Wirkstoffgruppenwechsel Pflicht.

Bei Peronospora (Falscher Mehltau) ist das Augenmerk auf die Blüte zu richten. Das starke Beerenwachstum kann schnell Lücken im Belag verursachen. Profiler (teil‑ und vollsystemisch) wird vor der Blüte empfohlen; zur abgehenden Blüte hat sich Melody Combi bewährt. Für die Botrytis-Kontrolle steht ab 2026 wieder das Botrytizid Teldor im Weinbau zur Verfügung. In Jahren mit frühem Fäulnisdruck schützen Botrytizide sowohl Qualität als auch Ertrag.

Kernaussagen für den Weinbau:

  • Früher Beginn gegen Oidium (3‑Blatt‑Stadium bei Befallsrisiko)
  • ProsperTEC im 5–9‑Blatt‑Stadium
  • SDHI‑„Anker“ in der abgehenden Blüte: LunaMAX oder Luna Experience
  • Profiler kurz vor der Blüte, Melody Combi zur abgehenden Blüte
  • Teldor ab 2026 wieder verfügbar für Botrytis‑Management

In der Apfelblüte ist ein umfassender Schutz wichtig. Unter Berücksichtigung des Wirkstoffwechsels sollte ein breit wirksames, zuverlässiges Mehltaumittel neben Schorf‑Kontaktmitteln eingesetzt werden. Bayer bietet mit Luna Experience und Flint zwei Fungizide aus unterschiedlichen Wirkstoffgruppen, die sich gut in die Spritzfolge für diesen Termin einbauen lassen. Flint ist im weiteren Verlauf ein wichtiger Baustein zur Bekämpfung von Lagerschorf kurz vor der Ernte — diese Erkrankung ist im Lager nicht mehr bekämpfbar und muss deshalb im Feld konsequent verhindert werden.

Als Neuheit gegen den Apfelwickler steht 2026 erstmals das neue Pheromonprodukt VYNYTY Carcocapsa Press zur Verfügung.

Kernaussagen für Kernobst (Äpfel):

  • Breitwirksames Mehltaumittel in der Blüte (Wirkstoffwechsel beachten)
  • Flint zur Vorernte‑Schorfbekämpfung (Lagergesundheit sichern)
  • Neues Pheromonprodukt gegen Apfelwickler in 2026

Grundprinzip im Botrytis‑Management in Erdbeeren ist der konsequente Wirkstoffwechsel. Mit Luna Sensation (SDHI + Strobilurin‑Kombination) und Teldor (Spezial‑Botrytizid, eigene Wirkstoffgruppe) bieten Bayer‑Fungizide eine belastbare Grundlage für eine erfolgreiche Spritzfolge in Erdbeeren.

Kernaussagen für Erdbeeren:

  • Strenger Wirkstoffwechsel als Basis der Botrytis‑Strategie
  • Luna Sensation + Teldor bilden das Rückgrat der Strategie

Für Blattfleckenerreger und Mehltau im Gemüsebau steht mit Luna Experience ein breit zugelassenes Fungizid zur Verfügung. Nach dem Wegfall eines wichtigen Wirkstoffes gegen falschen Mehltau gewinnen Aliette WG und Previcur Energy an Bedeutung; Fandango bleibt ein unverzichtbarer Baustein in der Zwiebel‑Strategie gegen falschen Mehltau.

Gegen Botrytis steht neben Luna Sensation ab 2026 wieder das bewährte und breit zugelassene Teldor zur Verfügung. Neu: Im Gemüseanbau ist der Einsatz von Serenade Soil Active ab 2026 erstmals möglich. Es handelt sich um ein biologisches Fungizid, das einen Biofilm an den Wurzeln bildet, als Barriere gegen Pathogene wirkt und gleichzeitig Wurzel‑ sowie Pflanzenwachstum und Nährstoffverfügbarkeit fördert.

Kernaussagen zu Gemüse:


De Ruiter & Seminis – Züchtungsneuheiten bei Erdbeeren, Tomaten, Blumenkohl, Spinat und Zwiebeln
Grit Vogt, Marketing Development Managerin Gewächshauskulturen

Neue Sorten und Innovationen für den Markt 
Grit Vogt, Marketing Development Managerin Gewächshauskulturen, stellte eine Reihe neuer Sorten und Züchtungsaktivitäten von Bayer Vegetables vor, die darauf abzielen, die Produktivität und Qualität im Gemüseanbau zu steigern. Die neuen Sorten umfassen Erdbeeren, Blumenkohl, Spinat, Zwiebeln und Tomaten, die speziell entwickelt wurden, um den besonderen Anforderungen des Marktes gerecht zu werden.

Baya Solara: Erdbeere mit Zukunft
Die neueste Erdbeersorte, Baya Solara, zeichnet sich durch einen frühen und hohen Ertrag aus, der 20-30 Prozent über dem Standard liegt. Diese Sorte bietet nicht nur eine bessere Fruchtgröße, sondern auch eine hervorragende Resistenz gegen Crown Rot (Phytophthora cactorum). Die Fruchtqualität ist ausgezeichnet, mit einer hohen Festigkeit und Haltbarkeit, die sie ideal für den Frischmarkt macht.

Blumenkohl Francesca: Hohe Erträge für den Sommeranbau
Die neue Sorte Francesca im Blumenkohlsegment bietet ein hohes Ertragspotenzial und eine schnelle Entwicklungszeit. Sie zeichnet sich durch eine kompakte Blume und ein weites Erntefenster aus, was sie zu einer attraktiven Wahl für Landwirte macht.

Spinatsorten im Savoy-Segment
Bayer Vegetables stellt auch neue Spinatsorten vor, darunter Pukapuka, Sumbawa und Taliabu, die alle über verbesserte Resistenzen gegen Mehltau verfügen. Diese Sorten sind für den Baby Leaf-Markt konzipiert und bieten eine homogene Präsentation sowie ein überzeugendes Nachernteverhalten.

Zwiebelzucht intensiviert
Im Bereich der Zwiebeln hat Bayer seine Züchtungsaktivitäten im Segment der Langtag-Zwiebeln (LD Onions) verstärkt. Angesichts eines wachsenden Marktes werden in den kommenden Jahren zahlreiche neue Sorten auf ihre kommerzielle Eignung getestet. Diese neuen Züchtungsaktivitäten versprechen, die Produktivität und Qualität der Zwiebelernte erheblich zu verbessern und den Landwirten eine breitere Auswahl an robusten und ertragreichen Sorten zu bieten.

Neue Tomatensorten mit außergewöhnlichem Geschmack 
Bayer Vegetables stellt auch zwei neue, ToBRFV-resistente Tomatensorten vor: Marisara und Luminity. Marisara ist eine Truss-Tomate, die sich durch ihren außergewöhnlichen Geschmack und ihre glänzende, auffällige FULLRED-Farbe auszeichnet. Mit einem hohen Brix-Potential von 5,0 – 6,5 und einem geringen Säuregehalt bietet sie ein hohes Ertragspotenzial von etwa 120 Gramm pro Frucht und 670 Gramm pro Tross (bei 6er Tross). Luminity ist eine mittelgroße Trosstomate, die für ertragsorientierte Anbauer konzipiert wurde. Sie hat ein attraktives FULLRED-Finish, eine gute Haltbarkeit und ein Brix-Niveau von etwa 5,0, was sie zu einer hervorragenden Wahl für den Frischmarkt macht.

Sicherheit und Vertrauen durch Resistenzclaiming
Bayer legt großen Wert auf die Sicherheit und Zuverlässigkeit seiner Produkte. Das Unternehmen verfolgt deshalb einen eher konservativen Ansatz beim Claiming von Resistenzen seiner Gemüsesorten. Die Durchführung von Resistenzversuchen und die Einschätzung des Resistenzlevels sind komplexe Prozesse, die von Züchtern, Forschungsinstituten und Zulassungsbehörden durchgeführt werden. Bayer verwendet standardisierte Testmethoden und Bewertungsskalen, um die Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und Krankheiten objektiv zu beurteilen. Dieser hohe Anspruch an die Qualität und Validität der Resistenzbewertungen stellt sicher, dass nur die robustesten und widerstandsfähigsten Sorten auf den Markt kommen. Bayer verfolgt damit das Ziel, den Anbauern verlässliche Lösungen zu bieten, die den Herausforderungen in der Landwirtschaft gerecht werden.

Zusammenfassung:
Bayer Vegetables setzt sich dafür ein, innovative Lösungen für die Landwirtschaft zu bieten, um die Effizienz und Nachhaltigkeit im Gemüseanbau zu fördern. Die neuen Sorten und Züchtungsaktivitäten sind ein Beweis für das Engagement von Bayer, die Bedürfnisse der Landwirte und Verbraucher zu erfüllen. 


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Presse-Information

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