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Jan Kniepkamp, Youth Ag Summit Teilnehmer
Land und Leute

Youth Ag-Summit Teilnehmer Jan Kniepkamp ist überzeugt: "Wir als junge Generation sind verantwortlich für eine nachhaltige Landwirtschaft."

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Der Youth Ag Summit ist eine einzigartige Gelegenheit für die zukünftigen Entscheidungsträger der Landwirtschaft. Alle zwei Jahre kommen 100 Delegierte im Alter von 18 bis 25 Jahren auf dem Jugend-Agrargipfel zusammen, um sich zu vernetzen, zu debattieren und Kompetenzen zu schulen. Daraus sollen konkrete Maßnahmen für die globale Ernährungssicherung entstehen.
Jan Kniepkamp, 23, ist eigentlich ein Stadtmensch. Aufgewachsen in Köln findet er rückblickend keine wirkliche Verbindung zur Landwirtschaft. Die Entscheidung für ein Studium der Agrarwissenschaft war für ihn trotzdem goldrichtig: Die Kombination aus Naturwissenschaften mit wirtschaftlichem Bezug haben ihn so fasziniert, dass er nun einer von 100 Delegierten beim Youth Ag Summit ist.  

Jan blickt gespannt auf den Youth Ag Summit in Brasília. Auf europäischer Ebene hat er schon viel erlebt: Er ist Mitglied und Komitteeleiter des IAAS (International Association of Students in Agriculture and Related Science) in Bonn. In dieser Funktion engagiert er sich regelmäßig mit Seminaren, Kongressen und Exkursion auf europäischer Ebene. Dort hat Jan auch das erste Mal vom Youth Ag Summit erfahren. Zum Zeitpunkt seiner Bewerbung arbeitete er gerade auf einer Farm in Chile.

Das Projekt, mit dem er sich schlussendlich für den Youth Ag Summit beworben hat, wird in dem Betrieb sogar schon umgesetzt: "Mikrotunnel" sorgen für bessere Wachstumsbedingungen der Pflanzen, um so Ernteerträge zu steigern und gleichzeitig die Lebensqualität der Bauern zu verbessern.

Auf dem Jugend-Agrargipfel will er nun noch eine Schippe drauflegen, wie er selbst sagt. "Durch den Erfahrungsaustausch mit anderen Teilnehmern können wir vielleicht etwas schaffen, was die Welt ein Stück besser macht." Denn Jan sieht weiteren Handlungsbedarf: "Ich habe festgestellt, dass Forschung zwar die Basis meiner Arbeit als Agrarwissenschaftler ist, Entwicklungshilfe aber ein viel notwendigeres Thema darstellt."

Jan Kniepkamp, Youth Ag-Summit Teilnehmer

Um einen hungrigen Planeten zu ernähren, müssen wir für alle Zugang zu Wissen garantieren.
Die Wissensvermittlung spielt auch im Kontakt mit den Landwirten eine wichtige Rolle. Das hat er auch bei seiner Arbeit in Chile erfahren: "Vielen fehlt das allgemeine Wissen, wie sie ihren Betrieb effektiv bewirtschaften." Das nötige Know-How für die "Mikrotunnel" wird nun beispielsweise über eine Online-Plattform vermittelt. Landwirte können dort regelmäßig Tutorials sowie Videos veröffentlichen und ihre eigenen Erfahrungen austauschen.

"Gerade unsere Generation trägt die Verantwortung für eine nachhaltige Landwirtschaft", hebt Jan hervor.

So ganz weiß Jan noch nicht, wo seine Reise danach hinführen soll. Im Oktober wird er erst einmal seinen Master mit der Vertiefung Nutzpflanzen beginnen. Er ist offen für alles, weiß aber, dass er in Zukunft auch eigene Projekte verwirklichen will. "Agrarwissenschaft muss draußen angewendet werden und findet nicht nur im Labor statt", da ist er sich mittlerweile sicher.
Mehr Hintergrundwissen zum Youth Ag Summit und den Delegierten gibt’s auf der >> Website des Gipfels.

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